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Schäfte im Selbstbau

Verfasst: 09.09.2003, 17:10
von michael lb
@zusammen

wie sehen denn eure Erfahrungen mit selbst hergestellten Schäften aus?
speziell das Herstellung der Rundung?

4kant Stücke aus Eiche konnte ich bei definierter Stärke gut mit Kreisäge und Hobelmaschine herstellen. Dann habe ich per Kreissäge aus den 4kant 8kant gemacht, aber das ist schon recht kniffelig.

Den Rest versuchte ich mit schmirgeln, aber das ist extrem zeit- und materialaufwendig (zumindest bei Eiche ;-).

Im Netz habe ich mal einen gesehen, der hat die Stäbe per Bohrmaschine durch eine Lochplatte aus Metall geschoben.
Ist das zweckmässig?

TB

Verfasst: 09.09.2003, 17:48
von Netzwanze
Schau mal in die aktuelle TB, dort ist ein längerer Artikel über die Schaftherstellung drin.

Eichenpfeile?

Verfasst: 09.09.2003, 19:03
von Taran
Ich glaube, dass du es dir mit Eiche schwerer als nötig machst (schwerer in jedem Sinn)...

Verfasst: 10.09.2003, 09:23
von michael lb
'schwer' ist natürlich richtig, die fertigen pfeile sind ca 1/3 schwerer als zedernpfeile.

aber das problem ist dann die holzquelle: aus einem scheunen-abriß konnte ich einen eichen-balken ergattern.

und holz kaufen ist witzlos: entweder zu teuer oder zu naß

Eichenholzpfeile

Verfasst: 10.09.2003, 09:36
von Looser
@ michael lb
also aus einem Eichenbalken würde ich mir nicht unbedingt Pfeile machen. Nicht nur wegen des viel höheren Pfeilgewichts.
Wie sieht es mit der biegesteifigkeit aus und wie mit der brichfestigkeit?
Zuviel Mühe für ein paar schnell gebrochene schlecht fliegende Pfeile.
Versuche es lieber mit einem weicheren Gehölz.
Looser

Verfasst: 10.09.2003, 10:51
von Uli
Ich habe mir auf einem Burgfest einen kleinen Hobel zum Musikinstrumentenbau gekauft.
Der eignet sich wunderbar um aus einem Vierkand einen wunderschönen runden Schaft hersustellen.
Und wenn der Vierkant einigermaßen exakt ist ist die Sache in 5min erledigt.

Eichenpfeile

Verfasst: 10.09.2003, 13:01
von michael lb
@looser,

welches (erreichbare) Holz schlägst du vor?

es sollte im Einkauf halt nicht zu teuer sein, sonst lohnt sich die ganze Sache nicht gegenüber gekauften Pfeilen.

zu den Eichenpfeilen:
den Spine-Wert muß man natürlich im "Produktionsprozeß" ständig kontrollieren, und bei jedem Arbeitsschritt werden die Rohlinge gebogen, dh alles was schwächelt fliegt raus.

Eiche ist sicherlich nicht das optimale Material, aber es war halt umsonst und schön abgelagert ...

RE: Eichenpfeile

Verfasst: 10.09.2003, 14:23
von Netzwanze
Original geschrieben von michael lb
Eiche ist sicherlich nicht das optimale Material, aber es war halt umsonst und schön abgelagert ...
Es kommt bei den Pfeilen aber auch drauf an, daß das Holz die besonderen Kräfte beim Schießen auffangen kann. Ich würde Dir vorschalen, mal einen Schaft zu bauen und VORSICHTIG zu schießen. Also erstmal mit kleine Auszug... Wenn Dir ein Schaft am Bogen bricht, macht Dir das Schießen nicht mehr sehr viel Spaß.

Billiges Holz ist nicht immer das Beste.

Verfasst: 10.09.2003, 14:44
von michael lb
@looser,
bisher habe ich "schon" 4 Pfeile hergestellt und bin halbwegs zufrieden (leider habe ich sie für einen etwas schwächeren Bogen gespint, den es nicht mehr gibt).
Einer ist gebrochen, aber da wäre auch jeder andere Schaft gebrochen.
Mein Ziel sind auch gar keine Eichenpfeile (obwohl das Holz früher dafür verwendet wurde), sondern wie bekomme ich aus einem großen Block viele kleine Stäbe, die rund sind.
ZB habe ich auch schon mal an Meterstücke aus Bodendielen gedacht, da gibt es ja diverse Holzsorten - und die sollten ja auch halbwegs trocken sein.

Verfasst: 10.09.2003, 14:48
von Uli
Holz auf dem Baumarkt kaufen ist auch nicht das Beste. Das Holz ist meist schlecht abgelagert und verzieht sich dann. Manchmal harzt es sogar noch.
Gute Erfahrungen habe ich mit alten Dielenbrettern aus Kiefer gemacht. Wenn mann die dann noch längs der Faser spaltet und nicht einfach in Leisten sägt, bekommt man gut Schäfte raus.

billiges Holz

Verfasst: 10.09.2003, 22:01
von Looser
@ Michaellb,
ich wohne im Schwarzwald, da gibt es natürlich viele Sägewerke. Dort haben wir schon alte abgelagerte Kiefernbretter geholt. Waren recht günstig. Vielleicht ist in Deiner Nähe auch ein Sägewerk.
Looser

Verfasst: 11.09.2003, 15:42
von michael lb
@uli,
klar, Baumarkt kannst du vergessen. Ich gehe zu einem Holzhändler, aber für so spezielle Sachen findet man dort auch nichts.

Und mit den Dielen ist das so eine Sache, kaum fragst du, ob du dir ein paar Meterstücke aus den Dielen im Wohnzimmer schneiden kannst, reagieren die Leute richtig komisch ;-)

aber Spaß beiseite, auf die Verarbeitung von solch abgelagertem Holz zielt meine ursprüngliche Frage.

hmmm, Sägewerk ist noch ne Möglichkeit.

Verfasst: 19.09.2003, 14:55
von tarek
hat 1 hier erfahrungen mit komplett selbstgemachten schäften?also einfach irgentwo abschneiden rinde ab glätten biegen usw... welches hols da am besten wächst und fliegt (im norden)

Schößlinge

Verfasst: 19.09.2003, 15:23
von Taran
Hasel, wolliger Schneeball, Kornelkirsche, kanadische Goldraute.

Meine Haselschäfte flogen sehr gut, wurden aber nach einem Jahr oder so recht spröde; sie waren aber auch weder lackiert noch geölt. Dann wäre das Holz im Winter (Zentralheizung!) nicht so extrem ausgetrocknet.

Verfasst: 19.09.2003, 19:38
von tarek
danke .. und nich wundern über meie grauenvolle schrift kann immoment nur mit links tipeen weil ich finger an der wachstumsfuge gebrochen habe ...