ich möchte ein kleines bisschen Ausholen, da ich zum einen neu hier bin und es euch zum anderen leichter fallen wird mein Verständnis vom Bogenbau besser in die Schubladen (die weiter unten) einordnen zu können.

Bin in meiner Kindheit mit selbstgebauten Haselnussbögen (Doppelbögen) inkl. Pfeile aus dem gleichen Material "herumgetollt" und durch das intensive Intersse der Verwandschaft an der Indianistik aus dieser Richtung vorbelastet. Demnach wurden auch immer wieder gemeinsame Bogenschießen veranstaltet. Zu jener Zeit gab es auch nicht "so viel" Lektüre zum Pfeil- und Bogenbau wie heute und ein Internet schon gar nicht. Einst hatte ich nur ein kleines Heftchen (Namen leider vergessen - hab es aber noch) in engl. Sprache mit ein paar wenigen Seiten. Nun, nachdem meine "Jahresringe" schon fast ein halbes Jahrhundert zählen, hat mich der lang gehegte Wunsch nach dem Bau eines eigenen nachhaltigen Bogen gepackt und lässt mich nicht mehr los. Beim Arbeiten mit Holz bin ich nicht ganz ungeschickt


Nun habe ich bereits für meine Tochter einen Eschebogen ca. 150 cm lang mit 22# bei ca. 24" Auszug gebaut. Das Holz war ein ca. Ø 8 cm Stämmchen, welches bei Forstarbeiten einfach umgefahren und liegengelassen wurde. Zu meiner Verwunderung schießt der Bogen wider Erwarten nach ca. 150 Pfeilen noch, obwohl ich beim Bau eine ganze Reihe von Fehlern gemacht habe, welche ich beim gleichzeitgen Lesen von vielen Zeilen zum Bogenbau als solche Erkennen konnte. Und ich den Tiller nicht bis zu Ende ausgeführt habe - vor lauter "Angst".^^
Jetzt habe ich mir mangels Holz, welches mir in Aussicht, aber wegen des Schlagens im Winter und der Trocknung, frühestens nächstes Jahr zur Verfügung steht, einen Esche-Rohling bestellt. Selbigen besuche ich nun jeden Tag in der Werkstatt und "quatsche" kurz ne Runde mit ihm. Aber irgendwie "lacht" er mich noch nicht an. Ich denke, viele von euch versteh'n was ich meine.

Ich habe regelrecht, und nicht zuletzt durch das Wissen um das Eschesterben, Ehrfurcht vor diesem wunderschönen Stück Holz und habe glaub' alles vergessen was mit dem Bau eines Bogens zu tun hat.
Tja - da steh' ich nun...
Was möchte ich nun von euch. Wie ihr lest, benötige ich ein klein wenig Zuspruch und dies vielleicht als allererstes bei der Beantwortung der sich mir zur Zeit am meisten aufdrängenden Fragen.
Achso, sorry - ganz vergessen:
- der Rohling ist knapp 2 m lang
- es soll ein Flachbogen mit Griff (nicht selbst biegend) werden ohne Recurves
- max. 4,5 cm breit und ab 2/3 der Wurfarme zu den Tips verjüngend
- Griff außermittig äääh und ja

...bin auch hierzu für jeden Tipp und Hinweis dankbar
1. Frage:
Der Rücken des Bogens ist im gelieferten Zustand ohne Rinde mit einigen Bearbeitungsspuren.
Diesen müsste ich doch bis auf einen "ganzen" (also nicht von irgendwelchen Sägespuren verletzten) Ring herunterarbeiten?
2. Frage:
Die eine Seite des Rückens ist leicht konvex gebogen und die andere eher flach. Belasse ich das so oder muss/sollte ich das vorher richten?
Ach ja - ich weiß, dass es nicht einfach ist und ihr sicher über das ein oder andere schmunzeln werdet. Aber ich stehe da wirklich ganz am Anfang und möchte, wie hatte ich gelesen: "Mit wenig Hoffnung, aber voller Beharrlichkeit..." Bogen bauen.

Ich hoffe auf eure technische sowie moralische Unterstützung und verbleibe mit
den besten Wünschen für ein tolles Wochenende...
Euer
Blacknose
P.S.: Kann auch gern heute Abend noch Bilder von dem Rohling posten - wenn gewünscht.^^