Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Hallo Leutz!
Ich wollte auch keine Zeit verschwenden und habe heute die kleine Eibe umgesägt, die ich mir vor ein paar Wochen in meinem Stamm-Privatpark ausgeguckt habe. Die Genehmigung dazu habe ich mir vorsichtshalber nochmal eingeholt, da es vor ein paar Monaten einen Besitzerwechsel gab.
Das Stämmchen misst 185cm, 9cm an der dicksten Stelle und hat kaum Totäste.
Vielleicht hole ich mir noch einen zweiten Kandidaten (Ahorn oder Robinie) - den würde ich hier dann noch einbauen.
Werkzeug bisher nur eine Klappsäge (ähnlich der von Neumi).
Morgen wird entrindet und runtergearbeitet.
LG
Torsten
Hier die Bilder von der Eibe:
Ich wollte auch keine Zeit verschwenden und habe heute die kleine Eibe umgesägt, die ich mir vor ein paar Wochen in meinem Stamm-Privatpark ausgeguckt habe. Die Genehmigung dazu habe ich mir vorsichtshalber nochmal eingeholt, da es vor ein paar Monaten einen Besitzerwechsel gab.
Das Stämmchen misst 185cm, 9cm an der dicksten Stelle und hat kaum Totäste.
Vielleicht hole ich mir noch einen zweiten Kandidaten (Ahorn oder Robinie) - den würde ich hier dann noch einbauen.
Werkzeug bisher nur eine Klappsäge (ähnlich der von Neumi).
Morgen wird entrindet und runtergearbeitet.
LG
Torsten
Hier die Bilder von der Eibe:
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Servus, wirklich schöner gerader Stave, ist ja fast zu schade für ein Schnellbautunier.
Lg Thomas
Lg Thomas
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Jau, schönes Teil. Versau die bloß nicht! Gutes Gelingen wünscht Mühle
sprach Abraham zu Bebraham:kann ich mal dein Zebra ham?
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Also da muss man echt sagen, der Stamm ist wie gemalt
Sieht man echt selten

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Schaffa Schaffa Häusle baua
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Jetzt habe ich die Eibe auch mal bis auf den Markkanal runtergesägt. Die Bandsäge ist ja mit abgebildet. Komischerweise hat sich die vom Wuchs her obere Hälfte danach gleich mal etwas deflex gebogen...
Liegt das vielleicht daran, dass das die Druckholzseite ist? Um dem entgegen zu wirken habe ich den Rohling mit etwas Reflex auf einen Balken gezwungen.
Angeregt durch den Spontan-Deflex schwebt mir aber eigentlich eine andere Form vor - dazu dann aber mehr, wenn ich den Plan auch umsetzen sollte.
Hier mal ein Foto:
LG
Torsten

Angeregt durch den Spontan-Deflex schwebt mir aber eigentlich eine andere Form vor - dazu dann aber mehr, wenn ich den Plan auch umsetzen sollte.
Hier mal ein Foto:
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Torsten
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Ja, so ist das.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Ah - OK... ...dann wird der Deflex wohl auch immer zuückkriechen, wenn ich ihn rausdämpfe, oder?
Damit ist die Entscheidung zum Alternativ-Design gefallen.
Danke für die Beantwortung der Frage, Neumi!
LG
Torsten
Damit ist die Entscheidung zum Alternativ-Design gefallen.
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Nicht unbedingt, das Problem ist viel mehr den deflex gleichmäßig weg zu dämpfen, weil du ja das ganze Stück dämpfen müsstest um die biegung gleichmäßig zu gestalten. Ich hab das aber schon partiell gemacht und das ist auch nach Jahren noch ok, genauso auch seitliche biegungen.
...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Nach längerer Funkstille - hier mein Fortschritt der letzten Tage, zusammengefasst in einem Post:
Der Deflex des einen Wurfarms war durch das leicht reflexe Aufspannen und ca. 2 Wochen Trocknungszeit erst mal wieder weg.
Da der Splint noch zu dick war, wurden 4 Ringe (ca. 3mm) mit einem alten stumpferen Ziehmesser abgenommen. Das war etwas mühselig - hat aber gut funktioniert. Der Rohling wurde dann mit Bandsäge, Ziehmesser und Raspel in die grobe Form gebracht. Danach zeigte sich, dass der Markkanal und damit auch der spätere Wurfarm ab Griffhöhe etwas seitlich abweicht.
Dennoch habe ich mich entschlossen, den wegen des deflexen WAs geschmiedeten Plan, einen 5-Curve zu bauen, weiter zu verfolgen. Technisch, um auch die Seitabweichung mitzukorrigieren - v.a. aber, weil ich schon immer einen haben wollte...
Zuerst habe ich versucht, nach 2 Stunden im Dampf, ein Setback im Bereich der Fades einzubiegen. Mein Dampf-Setup besteht aus einem Tapetendämpfer und hitzebeständigen, isolierten Kunstoffrohren, die man mit einer Auswahl unterschiedlich langer Rohre auf die genau richtige Länge zusammenstecken kann. Geht super! Bei einem Eibe-Teststück in Griff+Fades-Form hat das Setback-Biegen super funktioniert - bei dem Stave aber leider nicht. Die Fades wurden nicht mitgezogen, sondern mit mehreren Einrissen abgehoben...
Torsten dachte sich: „Warum kannst Du nicht einfach einen geraden Bogen aus einem geraden Stave bauen?!“
Um das erreichte Setback nicht wieder zu verlieren, wurde in den Bruchspalt erst Eule 300 tief eingeföhnt und nach außen hin mit Eule-Schleifstaub-Mischung abgespachtelt. Dürfte halten; kosmetisch ist das aber natürlich nicht so dolle... Danach wurde mit der Bandsäge eine Biegeform zugesägt, die sich als etwas zu ambitioniert herausstellen sollte... Ich habe die Wurfarme nacheinander komplett anderthalb Stunden gedämpft und in die Form gepresst. Die geflippten Tips gingen super, nur der konkave Anteil der Form war etwas zu tief gewählt. Heute Morgen habe ich den Rohling aus der Form genommen und das Ergebnis ist trotzdem für mich zufriedenstellend. Der eine WA mit der Seitbiegung macht jetzt eine sanfte Kurve zur Mitte hin, so dass die Sehnenlage passt.
Soweit der aktuelle Stand.
LG
Torsten
Der Deflex des einen Wurfarms war durch das leicht reflexe Aufspannen und ca. 2 Wochen Trocknungszeit erst mal wieder weg.
Da der Splint noch zu dick war, wurden 4 Ringe (ca. 3mm) mit einem alten stumpferen Ziehmesser abgenommen. Das war etwas mühselig - hat aber gut funktioniert. Der Rohling wurde dann mit Bandsäge, Ziehmesser und Raspel in die grobe Form gebracht. Danach zeigte sich, dass der Markkanal und damit auch der spätere Wurfarm ab Griffhöhe etwas seitlich abweicht.
Dennoch habe ich mich entschlossen, den wegen des deflexen WAs geschmiedeten Plan, einen 5-Curve zu bauen, weiter zu verfolgen. Technisch, um auch die Seitabweichung mitzukorrigieren - v.a. aber, weil ich schon immer einen haben wollte...

Zuerst habe ich versucht, nach 2 Stunden im Dampf, ein Setback im Bereich der Fades einzubiegen. Mein Dampf-Setup besteht aus einem Tapetendämpfer und hitzebeständigen, isolierten Kunstoffrohren, die man mit einer Auswahl unterschiedlich langer Rohre auf die genau richtige Länge zusammenstecken kann. Geht super! Bei einem Eibe-Teststück in Griff+Fades-Form hat das Setback-Biegen super funktioniert - bei dem Stave aber leider nicht. Die Fades wurden nicht mitgezogen, sondern mit mehreren Einrissen abgehoben...


Um das erreichte Setback nicht wieder zu verlieren, wurde in den Bruchspalt erst Eule 300 tief eingeföhnt und nach außen hin mit Eule-Schleifstaub-Mischung abgespachtelt. Dürfte halten; kosmetisch ist das aber natürlich nicht so dolle... Danach wurde mit der Bandsäge eine Biegeform zugesägt, die sich als etwas zu ambitioniert herausstellen sollte... Ich habe die Wurfarme nacheinander komplett anderthalb Stunden gedämpft und in die Form gepresst. Die geflippten Tips gingen super, nur der konkave Anteil der Form war etwas zu tief gewählt. Heute Morgen habe ich den Rohling aus der Form genommen und das Ergebnis ist trotzdem für mich zufriedenstellend. Der eine WA mit der Seitbiegung macht jetzt eine sanfte Kurve zur Mitte hin, so dass die Sehnenlage passt.
Soweit der aktuelle Stand.
LG
Torsten
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Sieht schon klasse aus, ich drück dir die Daumen.
Lg tom

Lg tom
Was zählt ist nicht etwa die Grösse des Mannes im Kampf, sondern die Grösse des Kampfes im Mann!
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Nochmal ein Update von meinem Projekt - auch wenn ich bezweifle, dass ich das noch zeitlich hinbekomme...
Die Dicke habe ich insgesamt immer wieder mal reduziert und die Wurfarme (v.a. den leicht gekrümmten) mehrfach mit Hilfe der HLP gerichtet. Das hat sich irgendwie schwierig gestaltet, weil ich z.T. schwer erkennen konnte, was ich eigentlich korrigieren muss, da sich die Abweichung der Sehnenlage mal im abgespannten Zustand, mal nur auf Standhöhe gezeigt hat.
Letztenendes ist es mir dann aber gelungen, denke ich. Werkzeuge: Ziehmesser, Ziehklingen, Sägeraspel, Feile, Tillersehne aus Spectra, Heißluftpistole, diverse Zwingen, feuchte Tücher zum schnellen Abkühlen und Rehydratation des trockengeföhnten Holzes. Ich bilde mir ein, dass das schnelle Abkühlen einen ähnlichen Härtungseffekt auf das Holz hat, wie bei aufgeglühtem Stahl. Die eingeföhnten Biegungen gingen kaum zurück. Dadurch habe ich ein paar Male sogar überkorrigiert, weil ich einen Teilverlust der Biegung eingeplant hatte.
Wenn jetzt nichts mehr zurückkriecht und sich die Sehnenlage nicht wieder verschlechtert, kann ich endlich mal mit dem Tillern anfangen.
Fortsetzung folgt...
LG
Torsten
Die Dicke habe ich insgesamt immer wieder mal reduziert und die Wurfarme (v.a. den leicht gekrümmten) mehrfach mit Hilfe der HLP gerichtet. Das hat sich irgendwie schwierig gestaltet, weil ich z.T. schwer erkennen konnte, was ich eigentlich korrigieren muss, da sich die Abweichung der Sehnenlage mal im abgespannten Zustand, mal nur auf Standhöhe gezeigt hat.
Letztenendes ist es mir dann aber gelungen, denke ich. Werkzeuge: Ziehmesser, Ziehklingen, Sägeraspel, Feile, Tillersehne aus Spectra, Heißluftpistole, diverse Zwingen, feuchte Tücher zum schnellen Abkühlen und Rehydratation des trockengeföhnten Holzes. Ich bilde mir ein, dass das schnelle Abkühlen einen ähnlichen Härtungseffekt auf das Holz hat, wie bei aufgeglühtem Stahl. Die eingeföhnten Biegungen gingen kaum zurück. Dadurch habe ich ein paar Male sogar überkorrigiert, weil ich einen Teilverlust der Biegung eingeplant hatte.
Wenn jetzt nichts mehr zurückkriecht und sich die Sehnenlage nicht wieder verschlechtert, kann ich endlich mal mit dem Tillern anfangen.
Fortsetzung folgt...

LG
Torsten
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Gestern habe ich noch die Nock-Overlays aus einer Tagua-Nuss aus meinem Wichtelpaket von Kra geschnitzt und gedremelt. Auch wenn der Stock beim Tillern draufgehen könnte, habe ich diese weitestgehend ausgearbeitet, weil es sich am losen Objekt einfach leichter schnitzt, als am aufgeklebten. Danach wurden die Wurfarmenden planiert und leicht angeschrägt, dann die Overlays mit Eule 300 aufgebäbbscht.
Heute geht es dann aber endlich ans Tillern.
LG
Torsten
An Werkzeug kamen ein Kirschen Kerbschnitz-Satz, Dremel mit diversen Schleif- und Fräsaufsätzen, Raspel und Feile, sowie Eule 300 zum Einsatz.Heute geht es dann aber endlich ans Tillern.
LG
Torsten
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Die overlays sehen schon mal ziemlich schick aus. Gutes Gelingen beim tillern.
Grüße - Neumi
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...Versuch und Fehler bevor die Sarg-Nägel eingeschlagen werden...
Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Meine Doku ist leider ziemlich sporadisch... ...deckt sich ein wenig mit meiner etwas chaotischen Art zu arbeiten...
Heute habe ich die aufgeklebten Overlays eingearbeitet, damit ich auch eine Sehne zum Tillern auflegen kann. Damit sieht der aktuelle Stand so aus: Die Fotos habe ich vor allem gemacht, um noch Bilder vom Rohling am Stück zu haben, falls er beim Tillern die Grätsche machen sollte...
Morgen geht es weiter....
LG
Torsten

Heute habe ich die aufgeklebten Overlays eingearbeitet, damit ich auch eine Sehne zum Tillern auflegen kann. Damit sieht der aktuelle Stand so aus: Die Fotos habe ich vor allem gemacht, um noch Bilder vom Rohling am Stück zu haben, falls er beim Tillern die Grätsche machen sollte...

Morgen geht es weiter....
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Torsten
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Re: Saplingbow 12, TorstenT, Eibe
Das Holz an sich sieht gut aus, da musst Du keine Brüche fürchten. Lediglich die Korrektur mit trockener Hitze kann, muss aber nicht, bei Eibe zum Bruch führen - zich englische Bogenbauer arbeiten mit trockener Hitze, tempern Eibe (was ich persönlich für ausgemachten Nonsense halte, weil Eibe an sich optimale Eigenschaften zum Bogenbau hat und keine Verbesserung benötigt - obwohl es im Britischen Klima tatsächlich von Vorteil sein kann, wenn das Holz (bedingt durch das tempern) eine reduzierte Wasseraufnahmefähigkeit hat).
Übrigens das "Rehydratation des trockengeföhnten Holzes" ist nur ein Wunschgedanke - es dauert Monate, bis so ein Stück Holz wieder eine durchgehend einheitliche Holzfeuchte hat. Kannst ja mal ein Stück in Wasser werfen, nach Tagen durchsägen und schauen, obs in der Mitte nass aussieht.
Wenn sich der Splint zäh schneidet ist das Holz OK - wenns knuspert, wirds kritisch. Auf der anderen Seite wurde Eibe auch in den nordischen Regionen benutzt und da kann die Luftfeuchte und somit die Gleichgewichtsfeuchte im Holz schon grenzwertig niedrig sein.
Es wird gelingen
Grüße - Neumi
Und fast vergessen: schneid die seitlichen Auswüchse weg - das brauchst Du bei dem Holz nicht
Übrigens das "Rehydratation des trockengeföhnten Holzes" ist nur ein Wunschgedanke - es dauert Monate, bis so ein Stück Holz wieder eine durchgehend einheitliche Holzfeuchte hat. Kannst ja mal ein Stück in Wasser werfen, nach Tagen durchsägen und schauen, obs in der Mitte nass aussieht.
Wenn sich der Splint zäh schneidet ist das Holz OK - wenns knuspert, wirds kritisch. Auf der anderen Seite wurde Eibe auch in den nordischen Regionen benutzt und da kann die Luftfeuchte und somit die Gleichgewichtsfeuchte im Holz schon grenzwertig niedrig sein.
Es wird gelingen

Grüße - Neumi
Und fast vergessen: schneid die seitlichen Auswüchse weg - das brauchst Du bei dem Holz nicht
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