Verdrehter Wurfarm
Verdrehter Wurfarm
Servus zusammen,
nachdem ich bald 7 Jahre Bogenbaupause eingelegt habe gehts jetzt endlich wieder weiter. Ich hab die Zeit bestmöglich mit Haus-Restaurierung und zweimal Papa-werden genutzt, aber gefehlt hats mir schon sehr.
Zum Wiedereinstieg hab ich mir ein, vermeintlich, einfaches Projekt vorgenommen: Einen Flachbogen aus einer nicht näher bekannten Kirschart. Den Stave hab ich vor Jahren aus einem Polder gezogen. Da war ausser der Rinde nichts zum Bestimmen vorhanden. Das paßt aber schon weil das Zuggewicht lediglich irgendwo zwischen 30 und 40 raus kommen soll. Das müßte mit jedem Prunus zu machen sein. Soweit nichts besonderes.
Und jetzt das Problem: ich bin beim Tillern inzwischen bei so ca 15" Auszug angekommen. Die Biegung ist soweit unauffällig aber unter Belastung wandern die Wurfarme zur Seite weg. Im abgespannten Zustand ist der Sehnenverlauf noch ganz gut. Sieht man auch auf den Photos. Je mehr Auszug desto schlechter wirds. Ich hab dem ganzen gemäß Lehrbuch entgegen gearbeitet und auf der Seite zu der sich der Bogen hin bewegt den Bogen geschwächt. Hat aber nichts gebracht. Es hat sich schlicht nichts verändert. Da ich Linkshänder bin und der obere WA der von der Kamera weiter Entferntere ist muß ich die Sehne mindestens bis Mitte Griff bringen.
Ich hab dann hier im Forum gesucht und bin auf diesen Thread gestoßen. Paßt vom Thema perfekt und ist auch schön erklärt. Ich bin mir jetzt nur nicht sicher welcher Fall hier vorliegt und dadurch natürlich auch nicht sicher ob der bisherige Weg richtig ist. Die Differenz der WA Stärke kommt mir so langsam bedenklich vor. Deshalb möchte ich hier mal fachkundigen Rat holen bevor ich am Ende die falsche Seite noch mehr schwäche- Darum die Frage: wo muß ich was wegnehmen um wieder auf Kurs zu kommen?
Vielen Dank für Eure Tips.
Es grüßt, der Finglas
nachdem ich bald 7 Jahre Bogenbaupause eingelegt habe gehts jetzt endlich wieder weiter. Ich hab die Zeit bestmöglich mit Haus-Restaurierung und zweimal Papa-werden genutzt, aber gefehlt hats mir schon sehr.
Zum Wiedereinstieg hab ich mir ein, vermeintlich, einfaches Projekt vorgenommen: Einen Flachbogen aus einer nicht näher bekannten Kirschart. Den Stave hab ich vor Jahren aus einem Polder gezogen. Da war ausser der Rinde nichts zum Bestimmen vorhanden. Das paßt aber schon weil das Zuggewicht lediglich irgendwo zwischen 30 und 40 raus kommen soll. Das müßte mit jedem Prunus zu machen sein. Soweit nichts besonderes.
Und jetzt das Problem: ich bin beim Tillern inzwischen bei so ca 15" Auszug angekommen. Die Biegung ist soweit unauffällig aber unter Belastung wandern die Wurfarme zur Seite weg. Im abgespannten Zustand ist der Sehnenverlauf noch ganz gut. Sieht man auch auf den Photos. Je mehr Auszug desto schlechter wirds. Ich hab dem ganzen gemäß Lehrbuch entgegen gearbeitet und auf der Seite zu der sich der Bogen hin bewegt den Bogen geschwächt. Hat aber nichts gebracht. Es hat sich schlicht nichts verändert. Da ich Linkshänder bin und der obere WA der von der Kamera weiter Entferntere ist muß ich die Sehne mindestens bis Mitte Griff bringen.
Ich hab dann hier im Forum gesucht und bin auf diesen Thread gestoßen. Paßt vom Thema perfekt und ist auch schön erklärt. Ich bin mir jetzt nur nicht sicher welcher Fall hier vorliegt und dadurch natürlich auch nicht sicher ob der bisherige Weg richtig ist. Die Differenz der WA Stärke kommt mir so langsam bedenklich vor. Deshalb möchte ich hier mal fachkundigen Rat holen bevor ich am Ende die falsche Seite noch mehr schwäche- Darum die Frage: wo muß ich was wegnehmen um wieder auf Kurs zu kommen?
Vielen Dank für Eure Tips.
Es grüßt, der Finglas
Re: Verdrehter Wurfarm
Hallo Finglas!
So wie ich das sehe, hast du von der falschen WA-Seite Holz weggenommen. Der WA biegt sich mehr dahin, wo er schwächer ist.
Da Holz nicht immer homogen wächst, oder die WA-Enden seitlich aus dem Stamm laufen, passiert, das sich die WAs zu Seite drehen, also zur schwächeren.Dem wirkt man mit Holzwgnahme entgegen. Dann kann es schon mal sein, das eine WA-Seite um Einiges dünner ist, als die andere. Jedenfalls sehe ich das so, weil du sagst, das es mit zunehmenden Auszug immer schlimmer wird. Einen von Anfang an verdrehten WA würde ich mittels Hitze richten, zurück drehen.
Grüße Mühle
So wie ich das sehe, hast du von der falschen WA-Seite Holz weggenommen. Der WA biegt sich mehr dahin, wo er schwächer ist.
Da Holz nicht immer homogen wächst, oder die WA-Enden seitlich aus dem Stamm laufen, passiert, das sich die WAs zu Seite drehen, also zur schwächeren.Dem wirkt man mit Holzwgnahme entgegen. Dann kann es schon mal sein, das eine WA-Seite um Einiges dünner ist, als die andere. Jedenfalls sehe ich das so, weil du sagst, das es mit zunehmenden Auszug immer schlimmer wird. Einen von Anfang an verdrehten WA würde ich mittels Hitze richten, zurück drehen.
Grüße Mühle
sprach Abraham zu Bebraham:kann ich mal dein Zebra ham?
Re: Verdrehter Wurfarm
Ich glaub das wird nix mehr. Der Muehle hat recht. Wenn du jetzt den Fehler wieder raushobelst bleibt nix mehr uebrig. Allenfalls eine labrige Kinderflitsche.
Haben ist besser als brauchen.
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Re: Verdrehter Wurfarm
Servus, ja da hast du auf der falschen Seite weggenommen, ich würde schon noch eine Korrektur mit Wegnahme auf der anderen Seite versuchen.
Ev. Kannst du ja den oberen WA noch kürzen und den Bogen umdrehen oder an den WA Enden etwas Biegen um die Sehnenlage zu korrigieren also es gibt noch genug Alternativen.
Lg Thomad
Ev. Kannst du ja den oberen WA noch kürzen und den Bogen umdrehen oder an den WA Enden etwas Biegen um die Sehnenlage zu korrigieren also es gibt noch genug Alternativen.
Lg Thomad
The proof of the pudding is in the eating!
Re: Verdrehter Wurfarm
Ich bin insgesamt aber etwas verwirrt: Auf den Fotos soll der obere WA ja hinten sein, also weichen beide WA - vom Schützen aus gesehen - nach links ab. Er hat aber gesagt, er habe auf der Seite weggenommen, zu der sich die WA hinbewegen. Dann frage ich mich aber, warum rechts deutlich dünner ist, als links? Kann es sein, dass bei den Seitansichten re. und li. vertauscht sind?Mühle hat geschrieben: ↑03.02.2020, 00:06 So wie ich das sehe, hast du von der falschen WA-Seite Holz weggenommen.
Da schließe ich mich Allen an
Der WA biegt sich mehr dahin, wo er schwächer ist.
Das stimmt aber nur, wenn er sich biegt/neigt
Da Holz nicht immer homogen wächst, oder die WA-Enden seitlich aus dem Stamm laufen, passiert, das sich die WAs zu Seite drehen, also zur schwächeren.
Das ist jetzt aber falsch (siehe Rabes Zeichnungen). Wenn der WA sich verdreht, dann zur stärkeren Seite! Hier muss man dann eben bauchseitig auf der Seite wegnehmen, zu der er sich verdreht.
So,wie es auf den Fotos aussieht, hätte ich auch eher auf Verdrehung getippt - aber dann ist es wohl eine Seitwärtsbiegung, die man auf der anderen Seite korrigieren hätte müssen.
Ich würde es auch nochmal probieren, die andere Seite zu schwächen. Selbst, wenn es ne „lahme Nudel“ wird, kann man den immer noch an einen Anfänger verschenken.
LG
Torsten
Edit: Wenn Du es machst, wie Schnabelkanne es gesagt hat und den Bogen umdrehst, muss die Sehnenlage auch nicht bis ganz in die Mitte korrigiert werden, weil die Sehne ja dann etwas rechts zum Pfeil hin abweichen würde.
Re: Verdrehter Wurfarm
Sorry Riesenfehler!
Danke schon mal für die Antworten bislang. Beim Erstellen des Themas bin ich leider selbst durcheinander gekommen. Richtig wäre:
Den Bogen zu drehen ist sicher möglich, aber das Griffteil liegt schon ganz gut in der Hand weswegen ich diese Option nur als zweitbeste Lösung sehe.
Danke nochmals für Eure Mühen.
Es Grüßt, der Finglas
Danke schon mal für die Antworten bislang. Beim Erstellen des Themas bin ich leider selbst durcheinander gekommen. Richtig wäre:
Das Lehrbuch ist übrigens "Das Bogenbauer Handbuch," 5.Aufl.2006 S.43Finglas hat geschrieben: ↑02.02.2020, 21:17 Ich hab dem ganzen gemäß Lehrbuch entgegen gearbeitet und auf der gegenüberlieggenden! Seite zu der sich der Bogen hin bewegt den Bogen geschwächt. Hat aber nichts gebracht. Es hat sich schlicht nichts verändert. Da ich Linkshänder bin und der obere WA der von der Kamera weiter Entferntere ist muß ich die Sehne mindestens bis Mitte Griff bringen.
Genau so hab ichs getan. Und weil genau diese rote Seite inzwischen von der Materialstärke deutlich unter der linken Seite ist bin ich eben stutzig geworden.Liegt die Sehne nicht mittig hinter dem Wurfarm (...), heißt das, dass diese Wurfarm auf der Seite, zu der er sich neigt, schwächer ist. Dann muß man ihn auf seiner steiferen Seite schwächen indem man dort Holz entfernt
Den Bogen zu drehen ist sicher möglich, aber das Griffteil liegt schon ganz gut in der Hand weswegen ich diese Option nur als zweitbeste Lösung sehe.
Danke nochmals für Eure Mühen.
Es Grüßt, der Finglas
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Re: Verdrehter Wurfarm
Servus, ja da wo du die rote Linie eingezeichnet hast hätte ich auch abgetragen, da bin ich jetzt etwas ratlos.
Kannst du noch eine Ansicht vom Bogenrücken zeigen.
lg Thomas
Kannst du noch eine Ansicht vom Bogenrücken zeigen.
lg Thomas
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Re: Verdrehter Wurfarm
Na wenn an der roten Stelle mehr abnimmst, biegt er sich da leichter und dreht sich zur andern hin....
Haben ist besser als brauchen.
Re: Verdrehter Wurfarm
Servus,
hier mal noch ein paar Bilder: Am Oberen WA hatte das Holz leider eine Schadstelle. Hier mußte ich etwas drum rum arbeiten. Deswegen sind auf beiden Seiten die Enden auf ca15cm steif. Wenn ihr noch mehr Infos braucht bitte einfach melden.
Es Grüßt, der Finglas
hier mal noch ein paar Bilder: Am Oberen WA hatte das Holz leider eine Schadstelle. Hier mußte ich etwas drum rum arbeiten. Deswegen sind auf beiden Seiten die Enden auf ca15cm steif. Wenn ihr noch mehr Infos braucht bitte einfach melden.
Es Grüßt, der Finglas
Re: Verdrehter Wurfarm
Eben nicht! Das würde man bei einer Neigung ohne Verdrehung machen - bei einer Verdrehung wird diese dann aber noch stärker.
Siehe Rabes Schema (Zeichnung ganz unten): Nachdem Finglas sich korrigiert hat, dass er doch auf der der Abweichung gegenüberliegenden Seite Holz abgetragen hat, handelt es sich also wohl doch um eine Verdrehung. Daher hätte er links schwächen müssen, weil sich der Wurfarm zur stärkeren Seite dreht.
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Re: Verdrehter Wurfarm
Ok da lag ich wohl falsch, ich dachte es ist ein seitliches Abweichen der WA, ist anhand der Fotos halt immer schwer zu erkennen. Die WA-Enden verdrehen sich in sich, also doch verdrehter WA.
Wie von den Kollegen schon gesagt, an dem WA-Rand schwächen wo keine rote Linie ist, aber ganz in die Griffmitte wird die Sehne wohl so auch nicht mehr kommen.
lg Thomas
Wie von den Kollegen schon gesagt, an dem WA-Rand schwächen wo keine rote Linie ist, aber ganz in die Griffmitte wird die Sehne wohl so auch nicht mehr kommen.
lg Thomas
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