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Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 17:07
von derjo
Hallo liebe Bogenbau-Community,
mein Name ist Jonas und ich habe vor Kurzem mit dem Bogenbau angefangen. Ich habe bereits einen Schussfähigen Bogen produziert und arbeite momentan am meinem 4. Bogen. Alle Hasel.
Mein aktueller Rohling hat eine etwas geschlängelte Form und ich würde mich dafür interessieren
wie ihr damit umgehen würdet.
So sieht der Rohling aus:
Hier habe ich die angestrebte Mittellinie eingezeichnet.
Wie ich das sehe, müssen die Enden der Wurfarme nochmal ein gutes Stück gekürzt werden damit daraus ein Bogen werden kann.
Das Problem dabei ist, dass sich die Tips dann sehr nah am Rand des Rohlings befinden. Dadürch würde sie einen sehr unsymmetrischen Durchschnitt bekommen. Und wenn die Tips einen unsymmetrischen Querschnitt haben, dann müsste man diesen korrigieren. Das würde aber zu einer Torsion der Wurfarme an den Enden führen.
Könnt ihr mir dazu einen Tipp geben?
Der Rohling von der Seite:
Viele Grüße
Jonas
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 17:21
von fatz
derjo hat geschrieben: ↑25.10.2026, 17:07
Könnt ihr mir dazu einen Tipp geben?
Erstmal willkommen im Forum.
Du ziehst das von der falschen Seite auf. Dreh den Stave auf den Bauch und markier die Linie der hoechsten Stellen.
Die folgt dann schoen der Biegung. Dann spannst du eine Schnur drueber und schaust, dass du die Enden und den Griff auf eine Linie kriegst.
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 19:54
von derjo
Wenn ich eine gerade Linie über den Griff lege, dann müssen die Tips idealerweise genau auf dieser Linie liegen weil diese Linie den späteren Sehnenverlauf darstellt, oder nicht? Welchen Unterschied macht es den Rohling auf den Bauch zu legen? Ich habe das gemacht und die höchsten Stellen markiert (Pfeile).
Aber ich bekomme keine gute Linie hin bei der Tips und Griff mittig drauf liegen.
Ich würde daher dazu tendieren die Linie leicht neben den Griff verlauf zu lassen und später Korrekturen durch Wärmenbehandlung durchzuführen. Wieviel Sinn ergibt das?
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 21:49
von Neumi
Wie lang ist das Stück Holz und welche Auszuglänge wird benötigt?
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 22:10
von derjo
Das Holz ist 203 cm lang. Der Auszug soll bei 28″ liegen.
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 25.10.2026, 22:29
von fatz
derjo hat geschrieben: ↑25.10.2026, 19:54
Wenn ich eine gerade Linie über den Griff lege, dann müssen die Tips idealerweise genau auf dieser Linie liegen weil diese Linie den späteren Sehnenverlauf darstellt, oder nicht?
Ja, aber die Linie muss nicht gerade ueber dem Griff liegen. Nur die hoechsten Punkte an den Enden (Nocken)
und der am Griff muessen auf der Linie liegen
Welchen Unterschied macht es den Rohling auf den Bauch zu legen?
du siehst direkt was los ist. Also wo die Mittenlinie des Bogens ist und damit die Nocken sind
Aber ich bekomme keine gute Linie hin bei der Tips und Griff mittig drauf liegen.
Das ist eigentlich ein Fehler, den du schon beim Herrichten des Staves gemacht hast, ausser er hat sich verzogen.
... und später Korrekturen durch Wärmenbehandlung durchzuführen. Wieviel Sinn ergibt das?

Bei Hasel? Gar keinen. Geh in den Wald...
Kannst du den Bogen noch ein bischen um die Laengsachse drehen? Am Bauch muss eh noch was weg.
Die Flaeche muss nicht unbeding gerade liegen.
Kuerzen musst ihn sowieso noch. 2m und 28# wird eine Nudel.
Zu deinen Bildern: Benutze bitte keinen externen Bilderhoster, sonst sind die irgendwann weg und der Thread ist fuern Eimer.
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 07:18
von Ravenheart
Hi Jonas, willkommen in der FC...
Wg. Bildhoster: ja, bitte lade die Bilder noch mal auf FC hoch. Es gibt 2 verschiedene Antwort-Fenster, "Schnellantwort" und "Antworten". Hochladen kann man nur in "Antworten". (Von "Schnellantwort" kannst Du aber per "Vollständiger Editor" auch zu "Antworten" rüberwechseln, wenn Du Dich mal verwählt hast.)
Zum Stave: einfacher wäre gewesen, so lange er noch rund ist, schon eine Linie darauf zu suchen, bei der beide Enden und Griffmitte in der Linie liegen.
Könnte, könnte, Fahradkette.. (Johann König)
Ob hier noch was geht, ist für mich schwer zu sagen, ich schreibe meist am Handy und kann da von den Bildern immer nur einen Ausschnitt sehen, keine Gesamtansicht.
Da der Stave noch lang ist, geht vielleicht noch Einkürzen..
Der Griffbereich besteht aus dem Griff und den 2 Übergängen Griff-Wurfarm. Angenommen, Dein Giff ist 17 cm, beide Übergänge je 6 cm. Das wären 17+12=29.
Die benötigte Bogenlänge (bei steifem Griff) wäre dann:
2x Auszug + 29,
in Deinem Fall also 1,43+0,29=1,72 m
Der Griff kann mittig, aber kann auch 3 - 4 cm zum unteren Wurfarm verschoben liegen.
Mittig hat den Vorteil, dass Du dann zu Beginn noch nicht festgelegt bist, welcher unten ist, aber falls es die bessere Lage ergibt, mach ihn ruhig verschoben.
Rabe
PS: falls Du die Bilder im Startpost nicht mehr austauschen kannst, lade sie einfach in eine Antwort..
ich sortier das dann..
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 07:43
von Chirurg
Servus Jonas!
Ich würde es zumindest versuchen einen Bogen daraus zu bauen. Den gewünschten Breitentaper auf ein Blatt Papier zeichnen (ohne Schlange, als wäre der Bogen pfeilgerade), dabei Mittellinie einzeichnen und alle 5cm eine Querlinie, Am Bogen die geschlängelte Mittellinie einzeichnen. Alle 5cm die Breite von der Skizze übertragen und das Holz abarbeiten, dass Tips und Griff nicht auf einer Linie liegen ignorieren. Dann den Dickentaper auf gleiche Weise ausarbeiten. Beim oberen Wurfarm im Bereich des Astes mehr Material stehen lassen!
Jetzt den Griff verschmälern, dieser braucht nur 2 cm breit werden.
Jetzt kommen die Korrekturen:
Zuerst den unteren Wurfarm in Höhe des Pfeils mit Wasserdampf 30 Minuten unter Alufolie erhitzen und gerade Biegen.
Dann erst die Korrektur in Griffmitte auf gleiche Weise aber mit 50 Minuten Wasserdampf (diese Korrektur wird dann nur mehr minimal sein)
Gutes Gelingen, lG Stephan
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 08:41
von schnabelkanne
Servus, das geht sich schon aus einen Bogen aus der Schlange zu bauen.
Wie von Stefan angezeichnet kannst du ja noch kürzen, z.b. 180 cm sind mehr als lang genug.
Wenn die gespannte Schnur an den Enden etwas zur Seite neigt, dann ist das kein Problem, nur in der Bogenmitte sollte sie schön mittig sein.
1. Bau die WA auf jeden Fall gleich lang, du kannst dann wenn du auf Standhöhe bist ja noch kürzen, da entscheidest du dann erst welcher WA oben/unten sein soll!!
2. Den Griffbereich auch noch breiter lassen und auch an den Enden noch breiter bauen, z.B. 1,5 cm.
So hast die dann auf Standhöhe noch mehrere Optionen wenn die Sehne nicht mittig läuft.
Lg Thomas
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 10:23
von MrCanister123
Guten Morgen,
ich würde die Wurfarme und den Griff vorbereiten, sprich Griff grob rausarbeiten, Wurfarme von ca 45mm auf 15mm halbpyramidal verjüngen und dann mal schauen wie er sich noch verzieht.
Wenn er dann keine Feuchtigkeit mehr verliert würde ich ihn im Griffbereich biegen.
Am besten ne Stunde über Wasserdampf (weil da schon ordentlich was an Holz steht im Griffbereich) und dann in einer Vorrichtung auf einer Holzdiele oder Kantholz einspannen und den Griff in die gewünschte Richtung biegen.
Hier reichten meistens 10-15mm.
Dann trocknen lassen (ca 48Std) und beobachten wie er zurückkriecht (vllt auch nicht) und dann kannst du anfangen zu tillern
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 15:24
von derjo
Vielen Dank erstmal für eure ganzen Hinweise, Anregungen und Anmerkugnen! Mit so viel Anteilnahme habe ich garnicht gerechnet.
Und wenn ich mir das alles so durchlese, dann habe ich doch noch Hoffnung, dass es was werden könnte und werde so lange weiter machen, bis das Projekt auf die eine oder andere Art beendet ist.
Meine Gedanken zu euren Beiträgen habe ich hier auch gleich noch mit rein gepackt und mein Resümee gezogen. Mal schaun wie es läuft.
fatz hat geschrieben: ↑25.10.2026, 22:29
Kannst du den Bogen noch ein bischen um die Laengsachse drehen? Am Bauch muss eh noch was weg.
Die Flaeche muss nicht unbeding gerade liegen.
Kuerzen musst ihn sowieso noch. 2m und 28# wird eine Nudel.
Danke für den Tipp mit der Drehung. Den kannte ich noch nicht! Damit könnte man vielleicht noch ein wenig rausholen. Aber ich glaube nicht sehr viel.
fatz hat geschrieben: ↑25.10.2026, 22:29
... und später Korrekturen durch Wärmenbehandlung durchzuführen. Wieviel Sinn ergibt das?

Bei Hasel? Gar keinen. Geh in den Wald...
Wieso empfiehlst du es für Hasel nicht? Habe ich nämlich schon einmal gemacht und das hat eigentlich ganz gut funktioniert; Bogen mit Schrauben auf nem Balken in die Wunschposition "einspannen" und dann Heatshooting durchführen.
Ravenheart hat geschrieben: ↑26.10.2026, 07:18
Zum Stave: einfacher wäre gewesen, so lange er noch rund ist, schon eine Linie darauf zu suchen, bei der beide Enden und Griffmitte in der Linie liegen.
Das habe ich eigentlich auch so gemacht. Aber entweder nicht ordentlich, wie es scheint, oder der Stave hat sich verzogen.
Ravenheart hat geschrieben: ↑26.10.2026, 07:18
Der Griffbereich besteht aus dem Griff und den 2 Übergängen Griff-Wurfarm. Angenommen, Dein Giff ist 17 cm, beide Übergänge je 6 cm. Das wären 17+12=29.
Die benötigte Bogenlänge (bei steifem Griff) wäre dann:
2x Auszug + 29,
in Deinem Fall also 1,43+0,29=1,72 m
Der Griff kann mittig, aber kann auch 3 - 4 cm zum unteren Wurfarm verschoben liegen.
Mittig hat den Vorteil, dass Du dann zu Beginn noch nicht festgelegt bist, welcher unten ist, aber falls es die bessere Lage ergibt, mach ihn ruhig verschoben.
Danke, das ist ein sehr guter Tipp der Hoffnung macht. Mit diesen Möglichkeiten kann ich noch viel rumprobieren.
Chirurg hat geschrieben: ↑26.10.2026, 07:43
Servus Jonas!
Ich würde es zumindest versuchen einen Bogen daraus zu bauen. Den gewünschten Breitentaper auf ein Blatt Papier zeichnen (ohne Schlange, als wäre der Bogen pfeilgerade), dabei Mittellinie einzeichnen und alle 5cm eine Querlinie, Am Bogen die geschlängelte Mittellinie einzeichnen. Alle 5cm die Breite von der Skizze übertragen und das Holz abarbeiten, dass Tips und Griff nicht auf einer Linie liegen ignorieren. Dann den Dickentaper auf gleiche Weise ausarbeiten. Beim oberen Wurfarm im Bereich des Astes mehr Material stehen lassen!
Jetzt den Griff verschmälern, dieser braucht nur 2 cm breit werden.
Jetzt kommen die Korrekturen:
Zuerst den unteren Wurfarm in Höhe des Pfeils mit Wasserdampf 30 Minuten unter Alufolie erhitzen und gerade Biegen.
Dann erst die Korrektur in Griffmitte auf gleiche Weise aber mit 50 Minuten Wasserdampf (diese Korrektur wird dann nur mehr minimal sein)
Gutes Gelingen, lG Stephan
Danke, das sind sehr handfeste Hinweise die ich mit Sicherheit beherzigen werde!
schnabelkanne hat geschrieben: ↑26.10.2026, 08:41
Servus, das geht sich schon aus einen Bogen aus der Schlange zu bauen.
Wie von Stefan angezeichnet kannst du ja noch kürzen, z.b. 180 cm sind mehr als lang genug.
Wenn die gespannte Schnur an den Enden etwas zur Seite neigt, dann ist das kein Problem, nur in der Bogenmitte sollte sie schön mittig sein.
1. Bau die WA auf jeden Fall gleich lang, du kannst dann wenn du auf Standhöhe bist ja noch kürzen, da entscheidest du dann erst welcher WA oben/unten sein soll!!
2. Den Griffbereich auch noch breiter lassen und auch an den Enden noch breiter bauen, z.B. 1,5 cm.
So hast die dann auf Standhöhe noch mehrere Optionen wenn die Sehne nicht mittig läuft.
Lg Thomas
Guter Tipp, sich für die "Finalisierung" noch genügend Spielraum zu lassen und sich nichts zu verbauen. So werd ich das machen!
MrCanister123 hat geschrieben: ↑26.10.2026, 10:23
Guten Morgen,
ich würde die Wurfarme und den Griff vorbereiten, sprich Griff grob rausarbeiten, Wurfarme von ca 45mm auf 15mm halbpyramidal verjüngen und dann mal schauen wie er sich noch verzieht.
Wenn er dann keine Feuchtigkeit mehr verliert würde ich ihn im Griffbereich biegen.
Am besten ne Stunde über Wasserdampf (weil da schon ordentlich was an Holz steht im Griffbereich) und dann in einer Vorrichtung auf einer Holzdiele oder Kantholz einspannen und den Griff in die gewünschte Richtung biegen.
Hier reichten meistens 10-15mm.
Dann trocknen lassen (ca 48Std) und beobachten wie er zurückkriecht (vllt auch nicht) und dann kannst du anfangen zu tillern
Merci, auch wieder einiges gelernt!
---
Mein grober Fahrplan ist daher etwa der:
- Mal überlegen, ob man den Griff hoch oder runter schiebt. Ansonsten:
- WA erstmal gleichlang
- Einkürzen auf 180 cm
- Griff erstmal Breit lassen
- Breiten-/Dickentaper anfertigen
- Enden von 45mm Briete erstmal 15 mm
Korrekturen
1. unteren WA mit 30 min Dampf korrigieren. 48 Std. trocknen
2. dann Griff mit 60 min Dampf korrigieren -> max. 15 mm reichen wahrscheinlich. 48 Std. trocknen.
Tillern
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 17:03
von fatz
derjo hat geschrieben: ↑26.10.2026, 15:24
fatz hat geschrieben: ↑25.10.2026, 22:29
... und später Korrekturen durch Wärmenbehandlung durchzuführen. Wieviel Sinn ergibt das?

Bei Hasel? Gar keinen. Geh in den Wald...
Wieso empfiehlst du es für Hasel nicht?
Na weil's mehr Aufhau ist als einen Neuen zu holen. Hasel ist jetzt nicht so was besonderes, das man das machen wuerde.
Nebenbei: Wenn du den Rohling zum Trocknen auf einen Balken spannst, verzieht sich Hasel nicht. Bei anderen Hoelzern sieht das zT
anders aus.
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 17:35
von derjo
fatz hat geschrieben: ↑26.10.2026, 17:03
derjo hat geschrieben: ↑26.10.2026, 15:24
fatz hat geschrieben: ↑25.10.2026, 22:29
Bei Hasel? Gar keinen. Geh in den Wald...
Wieso empfiehlst du es für Hasel nicht?
Na weil's mehr Aufhau ist als einen Neuen zu holen. Hasel ist jetzt nicht so was besonderes, das man das machen wuerde.
I see! Dann eignet es sich jedoch gut zum üben. Lieber erstmal ein Paar Hasel verbraten als direkt ein seltenes Holz.
Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 26.10.2026, 18:01
von fatz
Ob man das jetzt schon ueben muss, lass ich mal dahingestellt. Normal hast du am Anfang genug andere Probleme

Re: Vorstellung und geschlängelter Rohling
Verfasst: 27.10.2026, 07:24
von schnabelkanne
Servus,
Erhitzen und Biegen ist immer schwierig und schadet auch der Holzstruktur.
Ich würde es zuerst ohne Biegen versuchen.
Wenn die Mittellinie an den Enden an den Seiten rausläuft ist das kein Problem, nur wie gesagt Griffmitte halbwegs mittig sollte sie sein.
Griff und Enden erst auf Standhöhe ausformen und wenn das nicht genügt, kannst du immer noch mit Hitze biegen.
Hasel gibt es ja wie gesagt genug da kannst du ja mal experimentieren wie es für dich am besten passt.
Lg Thomas