Der ultimative "was ist traditionelles Bogenschiessen"-Thread

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Boony
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Der ultimative "was ist traditionelles Bogenschiessen"-Thread

Beitrag von Boony »

Hallo,
um einmal Klasse/Einstellung/Material/Schiessart zusammenzufassen, die es ständig in
ganz anderen Threads ausbricht, lasst
uns hier disskutieren, wer in die Gruppe
der "traditionellen Bogenschützen" gehöhrt.
Wo ist die Grenze, welche Tabus sind
sinvoll, welche vielleicht nicht.

So eröffne ich mit meiner persönlichen
vielleicht etwas naiven Meinung:

Ich denke das das REINE Blankschiessen im
Gegensatz zum Visierschiessen bereits
dieses Kriterium erfüllt, denn es ist
der grösste Unterschied und es ist der
bewusste Versuch auf "althergebrachte"
Art zu schiessen.
In jeder Klasse die man aufstellen kann
gibt es, denke ich, die Möglichkeit
sich einfache bis hin zu ich nenne es
Mal "High-End" Ausrüstung zu besorgen-
technisch gesehn.
"A"-mässig gesehn gibt es sicher auch
die Möglichkeit, bis ans letzte zu gehn
(nur authentische Klebestoffe, authentische
Farbstoffe,etc)
Jemand dem die Authentizität am wichtigsten ist, wird sicher mehr Spass daran haben,
als am tunen der Holzpfeile aufs letzte
Grain, somit hat er, geht er auf ein
Primitivturnier, vielleicht das traditionellste
Material, aber nicht unbedingt das
leistungsfähigste. Er könnte sagen,
ohne die "neumodische" Verarbeitung hätte
er das nicht geschossen-
was eine Anlehnung an das "mit Holz hätte
er das nicht geschossen" in der Holz/Carbon-
pfeil diskussion sein soll.
Sicher sind "Normen" und Regeln oft
sinnvoll um eine bessere Vergleichsgruppe
zu bekommen, aber es soll nicht um
die reine Klasse gehn sondern um wo
"traditionell" aufhöhrt.
Ein Jagdrecurve ist mir schon zu technisch
für mein Empfinden auch wenn er auf
alt gemacht ist und Holz schiesst,
besonders wenn er Schrauben hat,
aber nur den Compound sehe ich als eigentich
fast nichtmehr akzeptabel.
Ich sage fast, weil er zwar mehr Saft
und andere Vorteile hat, die traditionelle
Schiessart aber als wichtiger ansehe.
Jedem mag etwas nicht gefallen und
jedem kann etwas zuwieder-sein-
ich hasse Military Design Pfeile und
Rambo Bögen wie die Pest aber wenn der
Mensch dahinter den Saft sooo dringend
braucht, und sonst ok ist und nicht
Material- und Punktegeil dazu, würde ich alle
3 Augen zudrücken und ihn als traditionellen
Schützen mit für mich grausigem Stilempfinden
definieren.
Wie seht ihr das?
- lasst alles raus :D :D :D


Gruss Boony
Bard
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Beitrag von Bard »

Editiert: Vergesst das Gelaber und geht einfach Bogenschiessen, wie es euch gefällt.


Bard
Wir sind nicht auf der Welt um so zu sein wie Andere uns haben wollen

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen m?chte!

Wo ist die Rose?!?

gepriesen sei das Dreibein...
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Rackhir
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RE:

Beitrag von Rackhir »

Hallo,
kann an der Disskusion nur aus der Sicht eines Kyudoka teilnehmen. Bei uns im Kyudo (was woll eine der wenigen Bogensportarten ist, wo es keine Unterbrechtung des schiessen seit dem Anfängen gibt) wird traditionel mit Bambusbogen und Bambuspfeilen geschossen.
Auf Grund der Haltbarkeit der Bambuspfeile und weil auch bei uns mit neuen Werkstoffen getestet wurde, schiessen inzwischen viele von uns Alupfeile und die meißten Anfänger (wie ich) schiessen auch einen Glasbelegten Holzbogen der nicht den geringsten Anteil vom Bambus hat und dazu noch mit einer Kevlarsehne anstatt mit Hampf.
Liegt einmal natürlich an den Kosten und zum zweiten wegen der Haltbarkeit.
Trotzdem wird bei uns in Europa und auch in Japan bei Tunieren keine unterschiede gemacht.
Vielleicht solltet Ihr mal, wie Bard auch geschrieben hat,darüber nachdenken, ob die Diskussion was traditionel ist und was nicht sich immer um Material drehen muß.
Wichtig ist doch eigentlich für uns Bogenschützen, das wir Spaß an unserem Hobby haben.

Gruß

Uwe
Non nobis, Domine, non nobis, sed Nomini Tuo da gloriam" (Altes Templermotto)
benz

Beitrag von benz »

Hallo zusammen,

ich finde diese Diskussion absolut überflüssig und bin etwas enttäuscht daß in der neuen TB auch noch damit weitergemacht wird....

Selbst in dem Vorwort von Angelika kommen doch die Widersprüche zum Ausdruck. Wenn einen Tradition etwas ist, was immer weitergegeben und weiterentwickelt wird, DANN ist Compoundschießen traditionell, denn es ist die weiterentwickelte Stufe ohne Unterbrechung bis heute.

Aber mir ist so wurscht wie wer was nennt. Ich will schießen, ich will gut schießen, ich will vom Boden schießen und vom Pferd, mit dem Selfbow, dem Recurve und dem Reiterbogen und wenn ich bock drauf hab nehm ich meinen alten bear compound von der Wand, wie Ihr das dann nennt geht mir ........ naja Ihr wißt schon :D

liebe Grüße benzi
nordwandclimber
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Zsutimmung

Beitrag von nordwandclimber »

Servus,

hier muss ich Benzi einfach nur zustimmen.


@Benzi, wie wäre es mal wieder mit ner kleinen Wette :D :D (von wegen gut schießen und so)

Lachende Grüße,
NWC
Dendrobates
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Beitrag von Dendrobates »

Prädikat "traditionell"? Das ist, wie die meisten schon gemerkt haben, erstens vollkommen schwammig. Und zweitens auch überflüssig. Es sollte zu Wettbewerbszwecken klar definierte Ausrüstungsklassen geben - möglichst für jeden Geschmack (was indes eine ausreichende Schützenzahl voraussetzt). Doch der Versuch, die eigenen Vorlieben mit dem Gütesiegel des "Traditionellen" zu veredeln, ist für mich schlichtweg elitär, schon deshalb auch albern - und inhaltlich ohnehin eine traurige Farce.

Das gilt übrigens auch für die viel zitierte "innere Einstellung". Die Freude des Compound-Schützen an seinem sauberen Release ist vermutlich so ursprünglich wie die des Bastlers am gelungenen Holzpfeil. Wer sie ihm a priori abspricht, ist ein ordinärer Snob. Eine emotionale Ursprünglichkeit kann es eben nur im Empfinden des Nutzers geben, und darüber befindet jeder am besten selbst.

Was die historische Ursprünglichkeit anbelangt: Ursprünglich war der Bogen Hi-Tech der Steinzeit und aus vielen guten Gründen wurde er stetig weiterentwickelt. Eine bestimmte Entwicklungsstufe vorzuziehen, ist weder authentisch noch verwerflich - nicht einmal, wenn's die jüngste sein sollte.

Gruß

Dendrobates
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Atheos
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Beitrag von Atheos »

Es ist doch so, dass man gegen Ende des MA aufs Bogenschießen geschi**en hat, und wenn die Nordstaatler den Südstaatlern gegen Ende des amerikanischen Bürgerkrieges nicht die Flinten abgenommen hätten, und die Thompson-Brüder daraufhin nicht mit dem Stäbchenwerfen begonnen hätten, würden wir das noch immer tun.
Also hat meine Art des Schießens etwas mit diesem Ursprung zu tun.
Durch die permanente Weiterreichung dieser Tradition und der ständigen Verbesserungen der Bögen entstand schließlich der Compoundbogen, also wäre der eigentlich auch traditionell, aber weil es nie zuvor so etwas gegeben hat, lassen wir das nicht gelten. Gut, is halt so, und weil niemand vorher ein Visier an seinem Bogen schraubte, lassen wir auch diese FITAbögen nicht mehr als traditionell durchgehen, obwohl sie nur eine konsequente Weiterentwicklung sind.

Deshalb sind für mich solche Titel, wie traditionell, modern, Bowhunterklasse, Primitivklasse und ähnliches, nur Werkzeuge um uns untereinander unterscheiden zu können, ohne ihnen einen Wert beizumessen.

Wenn jemand nur „A“ Material verwendet, ist das am ehesten historisches Bogenschießen, und wirklich traditionelles Bogenschießen ist wohl wirklich Kyudo.

LG, A.

Nachtrag:

Was ist traditionelles Bogenschießen für D. Vorderegger
Das Bogenschießen war so einfach, bevor wir alle anfingen nachzulesen, wie wir es tun sollen.

frei nach Ben Wyld
Azmodhan
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Beitrag von Azmodhan »

Moinsen...

was mich an der ganzen "A"-Diskussion immer wieder belustigt ist der Konjunktiv.
Hätte im Mittelalter oder noch früher irgendjemand mit einem Holzbogen geschossen, wenn er einen Compound mit Twincams, Carbonis und Visier zur Verfügung gehabt hätte?
Wenn es um die reine Leistung und die höchst mögliche "Simplifizierung" des Treffens geht, wahrscheinlich nicht.

Traditionelles Bogenschießen, was ist das?
Eigentlich wie alles traditionelle, doch nur das Herüberbringen von Althergebrachtem in unsere Zeit.

Niemand der leistungsbezogen denkt, würde heute mit einem Bogen in den Krieg ziehen oder auf die Jagd gehen. Er würde immer das Gewehr bevorzugen.
Aber es gibt den Bogen, jeder weiß was ein Bogen ist, jeder hat als Kind mit Pfeil und "Flitzebogen" geschossen. Und daher meine (gewagte) These:
Jeder der Bogen schiesst, schiesst traditionell Bogen, würde er besser und genauer und auf größere Entfernung treffen wollen, würde er ein Gewehr nehmen.

just my 2 cents,

Azmo
>>>TrueMetalWarrior<<<
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locksley
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Beitrag von locksley »

Wie oben auch schon angesprochen ist diese Diskussion reichlich überflüssig. Im Grunde setzen wir doch alle die Tradition des Bogenschiessens fort. Egal mit welchen Mitteln und welchen sportlichen Ambitionen.

Für mich war traditionelles Bogenschiessen eigentlich immer klar definiert, als schiessen auf dem freien Feld oder Wald, vornehmlich auf 3-D Tiere oder Scheiben mit Tierbildauflagen, mit Bögen ohne Visier. Aus was der Bogen besteht ist m.E. egal, genauso wie das Pfeilmaterial. Ich bevorzuge eben Eibe für den Bogen und Holz für die Pfeile, der andere eher Osage oder eben auch moderne Materialien aber letzlich geht es uns doch allen darum Spaß an diesem Hobby zu haben und mit dem bevorzugten Material und Trainingsstand die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.
Ein grosser Mann wird weder vor dem Kaiser kriechen, noch einen Wurm zertreten (Benjamin Franklin)

Wenn das Atmen schwieriger waere, haetten wir weniger Zeit um Unsinn zu reden.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd (Sprichwort)
Huehnerdraht
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Beitrag von Huehnerdraht »

Ansich ist doch der A-Begriff an sich schon absurd, oder? Schliesslich müsste jder der für sich ein A in Anspruch nimmt eine genaue Jahreszahl dahinter schreiben.
Der ELB war ja nu auch irgendwann mal DIE neueste Erfindung im Bereich der Rüstungsindustrie und damit ganz bestimmt nicht traditionell sondern ne Weiterentwicklung von etwas traditionellem.
Irgendwann wurde es auch "MODE" einen Holzbogen mit Stahlgerätschaften herzustellen zb einem Ziehmesser...das dürfte es in der Antike in der Form auch nicht gegeben haben.

Also ich finde jeder sollte versuchen das Gummibärchen so zu erlegen wie es ihm am meisten Spass macht. Wenn halt einer Bock hat und sich in den Wald stellt und nach 3 Probeschüssen dann sein Visir eingestellt hat um dann auf einen mm genau die Mitte des Kills zu treffen bitte.
Wenn einer halt mit ner Dachlatte und nem Bindfaden Bleistifte auf das Tierchen werfen will und trifft (oder auch nicht) ist das noch jedem selbst überlassen... ist halt nur dumm um Turniere fair zu gestalten...

ps: von wann bis wann ging eigentlich diese traditionelle Zeitalter? Ist nicht in allen erdenklichen Zeiten mit dem Bogen geshossen worden? :D
...denn selig sind die Skifahrer..."Life of Brian"

Man soll das Kind ins Korn werfen solange es hei? ist und die Flinte nicht in den Brunnen gefallen ist, auch wenn das der Tropfen ist, der dem Fass die Krone ins Gesicht schl?gt...
Wolfram
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Ich weiß es!

Beitrag von Wolfram »

Richtig traditionell ist es, wenn die Grenze genau so gezogen wird, dass ich das fortschrittlichste von allem rückständigen Gerät habe.

Oder anders ausgedrückt, wenn´s nur ums Treffen geht, würde ich auch ein Gewehr mit Zielfernrohr nehmen. (Und zum Fischen natürlich Dynamit oder Zementbrühe)

duckundweg

Wolfram
Karl-Heinz

Beitrag von Karl-Heinz »

@ Bard

jo

Was muß ich abfälliges schreiben damit ein Mod das Ding zumacht?

K-H
Karly

RE:

Beitrag von Karly »

Original geschrieben von Karl-Heinz
Was muß ich abfälliges schreiben damit ein Mod das Ding zumacht?
Eventuell vielleicht sowas >>>---->

Würde sich bitte mal ein Mod der guten alten Tradition erinnern und den Thread schliesen... :D :D :D
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Ravenheart
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hmmmm...

Beitrag von Ravenheart »

[MODMODUS] Da hab ich jetzt ein Problem!

Die Frage, was wer unter "traditionell" versteht, ist doch im Grunde ganz interessant!
MICH zumindest würde es interessieren, wie so die Spannweite des Meinungsspektrums ist und wer da drin wo steht!

Die schnellen Abbügelungen des Themas und die Rufe nach Schließeung sehe ICH als selbstverfasste Bankrotterklärung, nämlich in der Hinsicht dass von vornherein angenommen wird, man könne das hier nicht sachlich, und unter WÜRDIGUNG der anderen Meinung diskutieren!

Eigentlich "arm", oder?

Nee, ich möchte hier (noch) NICHT dicht machen, bitte aber alle, die selbstkritisch befürchten, nicht die gebotene Sachlichkeit aufzubringen, sich einfach raus zu halten!
[MODMODUS aus]

Um das Ganze mal zu strukturieren:

Der Duden definiert "traditionell" als "überliefert, herkömmlich", lässt aber natürlich die zeitliche Dimension offen, und genau da beginnt Problem 1.

Für den Einen beginnt Tradition bei seinen Eltern, für den Anderen bei Ritter Kunibert, für den Nächsten bei Ramses I und für den Übernächsten in einer Steinzeithöhle. Erstaunlicher Weise kann die selbe Person dabei für unterschiedliche Themen unterschiedliche Zeitdimensionen ansetzen!

Will man sich über das Thema in Bezug auf das Bogenschießen unterhalten, muss man zudem erst mal klären:

Reden wir über die Schießtechnik, die Zieltechnik, oder über das Material (Bogen, Pfeile) und/oder seine Herstellungstechnik? Das Material kann man zudem noch feinsinniger differenzieren, also welcher Bogen mit welchen Pfeilen, sprich, die Materialkombination, und JEWEILS, wie dieses zusammen gesetzt ist und hergestellt wird.

Daher: mögliche Thesen:

1. Bogenschießen ist in jeder Form traditionell, weil man "modern" mit Feuerwaffen schießt.

2. Bogenschießen ist mit dem Blankbogen, also ohne Visier/Stabilisatoren traditionell.

3. Bogenschießen ist nur mit einem Blankbogen ohne Rollen traditionell.

4. Bogenschießen ist nur mit Holzpfeilen traditionell.

5. Bogenschießen ist nur mit einem Blankbogen ohne Glasfasern traditionell.

6. Bogenschießen ist nur mit einem Vollholzbogen traditionell.

7. Bogenschießen ist nur mit einem Vollholzbogen, der ohne Maschinenwerkzeuge gebaut wurde, traditionell.

8. Bogenschießen ist nur mit einem steinzeitlich gebautem Vollholzbogen und mit aus Schösslingen hergestellten Pfeilen, die mit Birkenteer befiedert wurden, traditionell.


Man sieht an dieser Aufstellung schon die Bandbreite! Natürlich gibt es noch diverse Kombinationen (nur Blankbogen mit Holzpfeilen, Komposits aus natürlichen Materialien, Vollholzbogen ohne Pfeilauflage, etc.), aber es ging mir nicht um alle Varianten und Details, sondern um das Spektrum!

Wo steht Ihr?


Rabe
benz

Beitrag von benz »

wohnen wir hier grad einem Krieg der Mods bei?

geschlossen - wieder offen

wasn das fürn theater?
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