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nochmals hilfe

Verfasst: 10.01.2005, 12:12
von link-hylia
hi leute,

hätte ne frage: will nen bogen bauen, fange neu an. werde mir esche von der länge 2m besorgen. und nun??? hätte gerne tipps :anbet , aber sehr genaue. webpages nützen mir nichts. alles klaro???

thanx

Na klaro doch!

Verfasst: 10.01.2005, 12:32
von Archiv
Hier weden sie geholfen!
Du kannst A: hier die Suchfunktion nutzen und wirst überrascht sein wieviel hier schon übers Bogenbauen geschrieben wurde. Da bekommt man schon mehr als 1 Bogen dabei raus.
oder B:
eine kurze aber sehr genaue Bogenbauanleitung.
Extra für deine zukünftige Esche!
Nimm die Esche, schau sie dir gut und lange an und entferne all das überflüssige Holz welches nicht aussieht wie ein Bogen. Fertich.
Zu detalierten Fragen wird dir dann sicher auch wieder hier geholfen werden wenns ans Tillern geht.
Da hilft dann auch erst mal wieder die Suchfunktion.

RE: nochmals hilfe

Verfasst: 10.01.2005, 13:00
von merdman2
Original geschrieben von link-hylia
webpages nützen mir nichts. alles klaro???
:) Dann biste hier aber falsch, das ist ne Webpage ;-)

Sorry, ich konnts nicht lassen!

Aber wieso nützt dir ein Beitrag im Forum mehr, als eine Site im Netz auf der alles supergut beschrieben und bebildert ist??????

Schau doch trotz deiner Abneigung mal hier:

Lünk

Im Menü (links) unter Pfeil&Bogen->Handwerk->Bogenbau 2

Ist zwar kein Esche, aber die ersten Schritte und auch benötigten Werkzeuge bekommst du meinesercahtens nirgendwo besser!

Markus <- Der auch einen Esche-Stave zu Hause hat und leider erst 5cm Rücken freigelegt hat

RE: nochmals hilfe

Verfasst: 10.01.2005, 13:34
von Markus
Original geschrieben von link-hylia

hi leute,

hätte ne frage: will nen bogen bauen, fange neu an. werde mir esche von der länge 2m besorgen. und nun??? hätte gerne tipps :anbet , aber sehr genaue. webpages nützen mir nichts. alles klaro???

thanx
Hi,
guck erstens mal bei den Hinweisen von Henning, wenn das nichts ist, nimm Werkzeug (egal was) und schnitz so viel von dem Holz weg, dass der stave sich schön biegt und wer freundlich fragt, der bekommt auch ausführliche Antwort, alles klaro? Und jetzt ran und dann erst wieder fragen, alles klaro? oder gleich detailliert fragen. Basta.

Gruß,
Markus

P.S. Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Anworten. Aber wenn jemand so gar nicht weiß, was er/sie will, aber dafür trotzdem ne genaue Anleitung haben will und das mit "alles klaro?" unterschreibt, könnt ich ungehalten werden. "Vor Inbetriebnahme des Mundwerks, Gehirn einschalten."
:bash

Verfasst: 10.01.2005, 14:18
von Ravenheart
In Kürze: (Für Langbogen mit Kastenprofil, gearbeitet aus einer Bohle! Beim Herausarbeiten aus einem Stave (Stammspaltling) ist die Vorgehensweise etwas anders...)

1. Ausgehend von der Rinde (Stammoberfläche) suchst Du den 1. Ring der 4 mm oder mehr dick ist; sind dünnere darüber, müssen die entfernt werden, allerdings ohne den gewählten Rückenring wesentlich zu verletzen;

2. Ist der Rücken freigelegt, markierst Du die Längs-Mitte der Bohle; liegt in der Nähe ein Ast, wird DIE Stelle die Mitte; davon zu einer Seite 4, zur anderen 8 cm abmessen; diese 12 cm sind der Griffbereich, der kurze Teil zeigt später nach oben.

3. Von der Mitte ausgehend misst Du nach oben und unten je 95 cm ab, ergibt einen 1,90 m langen Bogen; der Rest wird abgesägt.

4. An der Seite zeichnest Du nun den Griff mit einer Dicke von 4 cm an; in 6 cm Abstand vom Griff, zu beiden Seiten den Beginn der Wurfarme (WA) mit 2,5 cm Dicke; den Übergang vom Griff zum WA diagonal verbinden.

5. Taper anzeichnen: Die Wurfarme selber sollen vom dicksten Punkt (s.o.) zum Ende gleichmäßig dünner werden; das geht so:

Am Ende Dicke = 1,5 cm anzeichnen. Die Strecke zwischen Ende und Griff-Übergangszone in 10 Teile teilen; Vom Ende ausgehend bei jedem Teilstück 1 mm zugeben, also 1,6, 1,7, ...bis 2,5; ACHTUNG! NICHT einfach mit dem Lineal vom Griff zum Ende eine Linie durchziehen! Der Dickenverlauf MUSS genau dem Rücken folgen! Die 10 einzelnen Dickenpunkte kann man allerdings meist linear verbinden,es sei denn, an einer Stelle ist eine SEHR starke Welle...

Das Anzeichnen erfolgt übrigens an BEIDEN Seiten eines WA's! Es kann nämlich sein, dass der Rückenring an einigen Stellen stärker gekippt ist...

6. Griff, Übergang und Bogenbauch entlang der angezeichneten Linien heraussägen.. Dabei immer auf beide Seiten achten! Am anderen WA genau so verfahren... immer ein paar mm Abstand von der Linie halten, bis an die Linie ran wird gehobelt oder mit dem Ziehmesser geschnitten!

7. Mittellinie finden: So eine gekaufte Bohle aus dem Sägewerk hat meist 5 - 7 cm Breite...

Allerdings verlaufen die Fasern nicht immer genau parallel zu den Schnittkanten! Eine genaue Betrachtung des Rückens lässt den Faserverlauf erkennen! IST er kantenparallel, und die Bohle 7 cm breit, kann man sie nun genau mittig längs teilen und hat 2 Bogenrohlinge! Ist er es nicht, oder die Bohle nur 5 cm, wird's nur einer!

Ausgehend von der Bohlenmitte im Griffbereich mit einem weichen Bleistift zu beiden Enden eine Linie auf den Rücken zeichnen, die dem Faserverlauf genau folgt! Dann mit einem gespannten Faden eine Mittellinie festlegen, die der Faserverlaufslinie so nahe wie möglich entspricht; sie muss allerdings bei der dicksten Stelle des WA's mindestens 1,75 cm Randabstand, am Ende mindestens 0,75 cm Randabstand haben, und von einem Ende zum anderen gerade durchlaufen! Da muss man oft Kompromisse bzgl. des Faserverlaufs eingehen...

Die gerade Mittellinie mit einem Lineal aufzeichnen.

8. Breite aufzeichnen: Die breiteste Stelle mit 3,5 cm liegt in je 3 cm Abstand vom Griff. Also von der Mittellinie zu beiden Seiten 1,75 cm markieren; Am Ende ist die Breite 1,5 cm, also je 0,75 cm von der Mittellinie. Die Breitenpunkte werden hier mal jetzt gradlinig verbunden (=Seitenlinien). (Eigentlich müsste man Abweichungen zwischen Faserverlauf und Mittellinie berücksichtigen; beim ersten Bogen darf man das aber vernachlässigen!)

Nun entlang der Seitenlinien das überschüssige Holz wegsägen; dabei wieder ein paar mm Abstand halten, bis an die Linie ran wird gehobelt oder mit dem Ziehmesser geschnitten!

So, jetzt sieht das Ganze schon aus wie ein (kantiger) Bogen! JETZT beginnt die eigentliche Arbeit + Kunst!

9. Alle Kanten werden "gebrochen", d.h. 45° abgeschrägt, so dass die Schräge etwa 3 - 4 mm breit ist.

10. An beiden Enden werden Spannkerben und Sehnenkerben Eingeschnitten.

11. Es wird eine Tillersehne angebracht, aber noch so, dass der Bogen sich höchstens minimal krümmt; Die Sehne darf aufgespannt max. ein paar mm Abstand vom Griff haben.

12. Nun beginnt das Tillern! Der Bogen wird mit dem Griff in einen Tillerstock gelegt, und vorsichtig ein paar cm gezogen und dabei genau betrachtet; steife Stellen markieren, abspannen, dann wird dort vorsichtig ETWAS Holz abgeschabt (Feinraspel, Feile oder Ziehklinge). Wieder aufspannen, wieder ziehen (noch nicht weiter als vorher), wieder markieren u.s.w., bis die Biegung "gut aussieht". Gut heißt in dieser Phase: die letzten 10 cm zum Ende sind steif, die folgenden 30 cm biegen sich LEICHT, zum Ende hin zunehmend, der Rest ist wieder in Ruhe.

Ist das der Fall, etwas (3 - 5 cm) weiter ziehen. Dabei sollte auch der in Richtung Griff anschließende Abschnitt anfangen, ETWAS mitzubiegen. So arbeitet man sich voran, bis man 1/3 Auszug erreicht hat. Dann wird die Tillersehne verkürzt, so dass sie nun 5 cm Standhöhe (=Abstand vom Griff) hat. Tillern in kleinen Schritten fortsetzen; bei 1/2 Auszug verkürzt man wieder, auf 10 cm Standhöhe, bei 2/3 Auszug auf 15 cm (= endgültige Standhöhe); der Auszug gilt dabei als "erreicht", wenn der Bogen, bis da gezogen, perfekt biegt. Perfekt heißt, beide WA biegen sich symmetrisch krümmen, und zwar in einer Kurve, die zum Ende hin zunimmt, wobei die letzten 10 cm immer weitgehend steif bleiben.

Ist der volle Auszug (meist 28") so erreicht, werden die Kanten rund und der Bauch glatt geschliffen, noch einmal die Biegung überprüft und ggf. nachkorrigiert (= "Feintiller"), dann sind die WA fertig, und man kann den Griff "schön" machen.

13. Griff fertig stellen: Für einen klassischen Langbogen behält er die Breite der WA und wird flacher gemacht (ca. 5 mm dicker als die WA), für einen modernen LB behält er nahezu die 4 cm Höhe, wird ergonomisch geformt und auf 2,5 cm breite verschmälert, wobei man seitlich eine Pfeilauflage stehen lassen kann. Der Griff hätte so über die 12 cm die gleichmäßige Breite 2,5, die Übergangszone auf WA - Breite erstreckt sich über 3 cm im Anschluss.



Puh...

Dies war eine KURZANLEITUNG!;-)

Rabe

Beeindruckend

Verfasst: 10.01.2005, 14:29
von Markus
Hallo Rabe,

es ist immer wieder beeindruckend, welche Mühe Du Dir gibst. Haste den Text aus einem anderen thread kopiert oder auf die schnelle geschrieben?
Für diese Arbeit hast Du Dir ein :bussi verdient.

Schönen Gruß,
Markus

Verfasst: 10.01.2005, 19:41
von NORBERT SCHLIEBENER
Aber ein ganz dickes :bussi

Verfasst: 10.01.2005, 20:04
von Nighty
Und ein Hingebungsvolles :anbet :anbet :anbet

Boh ey

Verfasst: 10.01.2005, 22:47
von Archiv
@ Rabe und das ist bei dir kurz? Dann will ich nicht die lange Version von dir sehen :D
Aber trotzdem alle Achtung :anbet :anbet :bussi "klaro"
Meine war aber kürzer :p nicht ganz so gut aber kürzer.
und Mann/Frau kann sie schon bei Bogenschießen.de finden, war also nur ein Zitat ;-) "klaro"

Verfasst: 11.01.2005, 10:52
von Ravenheart
Danke für die Küsschen (**)

@markus: Hab ich tatsächlich mal eben nebenbei runtergeschrieben; daher auch die vielen Tippfehler (korrigiere ich nach und nach...)..

@henning: die Langfassung beinhaltet dann noch die handwerklichen Vorgehensweisen zu den einzelnen Schritten :D

Das Zitat stammt m.W. aus der TB, Artikel "man nehme", stimmts?

Rabe

Nein nicht ganz

Verfasst: 11.01.2005, 11:29
von Archiv
Das Zitat kommt direkt von der Seite

http://www.bogenschiessen.de/equip/doit.html

und von Jorge Zschieschang.
Gut ich habs nicht ganz 100% wiedergegeben aber der Sinn und Zweck stimmt.
Jorge kommt übrigens hier ganz aus der Nähe, aus Göttingen und baut schöne Bögen.

hehe, doch!

Verfasst: 11.01.2005, 11:40
von Ravenheart
Erschienen zuerst als Artikel in TB Nr. 2! ;-)

Rabe

Ok

Verfasst: 11.01.2005, 12:20
von Archiv
Die ersten Ausgaben habe ich leider nicht ich bin ein Späteinsteiger.

Jeep du hast Recht :anbet :anbet :anbet :knuddel 8-|