Osmanenbogen

Sättel, Zaumzeug, Reiterbogen, Kompositbogenbau, usw.
Sir Lancelot

Osmanenbogen

Beitrag von Sir Lancelot »

Ein paar Fragen zum Türken-/Osmanenbogen.

Wie spannt man die Dinger :wacko
Besitzt vielleicht jemand einen 30lbs Osmanenbogen, wie weit schießt der ?
Welche Vorteile bietet dieser nach vorne gewölbte Griff, ist der nicht unhandlich ?

Hier noch ein Bsp.-Bild von www.mittelalter.de
Bild
Polvarinho
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1494
Registriert: 18.01.2005, 10:19

RE: Osmanenbogen

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Sir Lancelot

Ein paar Fragen zum Türken-/Osmanenbogen.

Wie spannt man die Dinger :wacko
Besitzt vielleicht jemand einen 30lbs Osmanenbogen, wie weit schießt der ?
Welche Vorteile bietet dieser nach vorne gewölbte Griff, ist der nicht unhandlich ?
Hi Lancelot,

mit der sog. Durchsteigmethode:
Kennst Du sicher...! Mit rechten Hand und linkem Fuß über das rechte Bein biegen und Sehne einhängen (dabei darauf achten, dass der Bogen nicht verkippt, sonst flutscht er dir weg) und-> fertisch

Habe einen 34lbs TRH Türken von Grozer, er ist sauschnell und der beste Bogen, den ich jemals in der Hand gehalten habe....(es gibt dazu einen eigenen Thread ->)

Habe ihn noch nicht wirklich "weit" geschossen..... wohne im bevölkerunsdichtesten Bundesland....bei uns gibt es nicht eine solche Sicherheitszone.... Steppi hat ihn schon weit geschossen, er sagt 140/150 m wären GAR KEIN Problem.....

Der Griff ist.....(nach meiner doofen Meinung) DOOF.

Ich habe ihn kurzerhand mit dem Messer nivelliert 8-) . Steppi ist da aber ganz anderer Meinung 8-| . Er findet das Teil muss so gewölbt sein :motz . Nur diese Form ermöglicht das Halten mehrerer Pfeile beim Schiessen mit dem Daumen!!
Da mir aber dabei immer der Daumen droht zu brechen :-( habe ich die Versuche in dieser Hinsicht eingestellt.....:wacko Hoffe Steppi :anbet zeigt mir mal, wie es geht OHNE das der Daumen wech fliecht..... :anbet
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Niels

Beitrag von Niels »

Ich schieße seit kurzem auch so einen Türken (TRH, 38 lbs auf 28#). Beim Spannen bestehen schon Unterschiede zu anderen Reiterbögen, insbesondere bei der TRH-Variante des Türken. Auf Grozers Homepage (www.grozerarchery.com) wird das auch beschrieben.

Durchsteigemethode ist klar. Aber während ich die anderen Reiterbögen immer mehr durch Druck auf den linken Oberschenkel, also mit einer deutlich größeren Auflage am linken Bein, gebogen habe, darf beim Türken nur der Griffbereich am linken Bein ( im Bereich der Kniekehle) aufliegen. Der Bogen wird also insgesamt waagerechter gehalten und man muss sich stärker runterbeugen. Dann muss man in dieser etwas verreckten Haltung versuchen, die Wurfarme gleichmäßig beim Spannen zu biegen.

Gelingt das nicht so gut, wird das beim TRH-Türken nach dem Spannen durch eine asymethrische Form bestraft, die man dann noch nachträglich richten kann/muss. Auch das wird auf der Grozerhomepage beschreiben.

Naja, so richtig Freunde sind wir noch nicht geworden, der TRH-Türke und ich. Es ist zwar sehr handlich, superleicht und sauschnell. Aber die Griffform erleichtert das Pfeilhalten tatsächlich nicht gerade. Dennoch konnte ich mich zur Claus'schen Radikalkur noch nicht durchringen und übe erstmal wieder mit drei Pfeilen. Das geht gerade noch ganz gut.
Steppenreiter

osmanische Bogengriff

Beitrag von Steppenreiter »

Der Bogengriff ist wirklich besonders, bringt aber auch immense Vorteile.

Gehalten wird er mit gestreckten Handgelenk nur noch im "Mäuschen"* und damit er nach dem Schuß nicht wegfliegt, durch leichtes Auflegen des Mittelfingers am abgeknickten Daumen.

Die Wölbung in Verbindung mit dem kleinen Griff eignet sich sogar hervorragend zum sortierten Halten mehrerer Pfeile.
Also Bogen nur noch zwischen Daumen und Mittelfinger halten, * Druck auf Handballen zwischen Daumen- und Zeigefingerwurzelgelenk.

Gestern ist mir dann der Klemmnock weggeflogen und so habe ich ohne Nock(punkt) weitergeübt und siehe da, es klappte sogar noch besser. Mir scheint ein Nock ist unnötig, allenfalls eine Gehhilfe für Anfänger.
Bard
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 700
Registriert: 16.07.2004, 20:31

Beitrag von Bard »

Ähem...

liebe TRH-Türkenbogen-Besitzer nu hört mal auf zu sabbern. Auf dem Foto is eindeutig KEIN TRH-Türke zu sehen (ich bin mir recht sicher, dass das nicht mal ein Grozer-Bogen ist).

Bei billigen Anbietern - grade wenn sie wie beim geposteten Link keine Bogensportfachhändler sind - ist viel zweit- und drittklassiges Material im Umlauf. Ich kenn mich bei den Reiterbögen zwar nicht sooo gut aus, aber im Zweifel würd ich nen Bogen lieber dort kaufen, wo ich ihn auch in die Hand nehmen und probeschiessen kann.

MfG Bard
Wir sind nicht auf der Welt um so zu sein wie Andere uns haben wollen

Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen m?chte!

Wo ist die Rose?!?

gepriesen sei das Dreibein...
Niels

RE: Osmanenbogen

Beitrag von Niels »

Original geschrieben von Sir Lancelot

Ein paar Fragen zum Türken-/Osmanenbogen.

Wie spannt man die Dinger :wacko
Besitzt vielleicht jemand einen 30lbs Osmanenbogen, wie weit schießt der ?
Welche Vorteile bietet dieser nach vorne gewölbte Griff, ist der nicht unhandlich ?
Ähem ... Bard, die Frage lautete doch aber gar nicht: "Was ist das für ein Bogen auf dem Bild?", sondern ... (siehe oben). Aber gut, hätten wir die Frage trotzdem auch gleich mit beantwortet. ;-) :D

Steppi, Bogen mit gestreckten Handgelenk und locker halten kann ich noch nachvollziehen. Aber das erklärt mir noch nicht, wie ich die Reservepfeile vernünftig an die "kleine Griffbeule" des Türkenbogens legen kann, ohne dass sie aufgrund der Form hin und her rutschen. Ich versuche bei Pfeilhalten immer Dreipunktauflagen herzustellen(1. Bogengriff, 2. Finger von vorn - drücken gegen den Bogen, 3. Daumen aus Bogenrichtung - verriegelt das Ganze), damit sie nicht verrutschen und da habe ich große Problem mit der türkischen Griffform.
Steppenreiter

Beitrag von Steppenreiter »

Bard hat schon irgendwie recht. Bei dem abgebildeten Bogen wird das, was ich beschrieben habe, kaum klappen. Der Griff ist einfach nur knubbelig ohne erkennbaren Vorteile für den Schützen und er hält sich auch an keine mir bekannte historische Vorlage.

@Niels du klemmst deine Pfeile ja irgendiwe zwischen die Finger, ob das mit dem von mir beschriebenen Griff funktioniert, weiß ich nicht.
Wichtig, ich halte nichts fest oder gebe nicht mehr Druck als unbedingt nötig ist.

Die Pfeile liegen nur an der unteren Griffwölbung vor dem Bogen an. Gehalten werden sie durch Ring und Mittelfinger (bis zu sechs Pfeile). Wobei ich mir eine Dreierteilung angewöhnt habe, sonst verdrehen sich die letzten Pfeile in der Hand und der Nock liegt falsch.

Theoretisch könnte man jetzt nochmal 5-6 Pfeile hinter den kleinen Finger klemmen. Da ich bei 11-12 Sekunden nur sechs schaffe, bleibt es bei 6 Pfeilen.
Benutzeravatar
michael leva
Sr. Member
Sr. Member
Beiträge: 339
Registriert: 07.01.2005, 15:45

Beitrag von michael leva »

Der Bogen oben scheint ein Türke von Flagella Dei zu sein. Die meisten FD-Bögen haben diesen Knubbelgriff, der zwar ganz gut in der Hand liegt, wenn man mit nur einem Pfeil schiesst, aber es fast unmöglich machen mehrere Pfeile in der Bogenhand zu halten.

Habe so ein Teil schon bei meinem Bogenhändler in Alzey (verzeih, Heinz ;-)) in der Hand gehabt und für ziemlich schwabbelig empfunden beim Schuß. Zudem scheinen die Laminate nicht besonders gut zu halten und brechen öfter mal..
Maxime peccantes, quia nihil peccare conantur.
Polvarinho
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1494
Registriert: 18.01.2005, 10:19

RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Bard
...Auf dem Foto is eindeutig KEIN TRH-Türke zu sehen.....ist viel zweit- und drittklassiges Material im Umlauf.....würd ich nen Bogen lieber dort kaufen, wo ich ihn auch in die Hand nehmen und probeschiessen kann.
MfG Bard
Bard hat immer die coolsten OT-Beiträge von allen, nicht schlecht Bard! :anbet

:D :D :D :D :D :D :D :D :D :D
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Polvarinho
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1494
Registriert: 18.01.2005, 10:19

RE:

Beitrag von Polvarinho »

Original geschrieben von Steppenreiter
Die Pfeile liegen nur an der unteren Griffwölbung vor dem Bogen an. Gehalten werden sie durch Ring und Mittelfinger (bis zu sechs Pfeile). Wobei ich mir eine Dreierteilung angewöhnt habe, sonst verdrehen sich die letzten Pfeile in der Hand und der Nock liegt falsch.
Mit Daumen und.....rechts am Bogen...?!? :o

Nöh, ne...!?
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Benutzeravatar
djingis
Sr. Member
Sr. Member
Beiträge: 257
Registriert: 20.10.2004, 15:49

RE: osmanische Bogengriff

Beitrag von djingis »

Original geschrieben von SteppenreiterMir scheint ein Nock ist unnötig, allenfalls eine Gehhilfe für Anfänger.
aber holla massa bwana :anbet ; habe doch vor kurzem gelesen, dass niel sich so ein teil an die sehne geklemmt hat?!?! und gutes daran fand?? außerdem glaube ich, in anlehnung an die erfahrung aus dem trad.bs, an die notwendigkeit eines konstanten nockpunktes ....bei so vielen anderen variablen..... aber wenn´s so sein soll........ oder hab´ ich da was ganz falsch verstanden??
nockige grüße von rainer
... die zukunft ist der rest unseres lebens, also lebe die zukunft ...
- vertraue auf gott, aber binde dein pferd an -

http://www.mongolensturm-bayern.de
Polvarinho
Hero Member
Hero Member
Beiträge: 1494
Registriert: 18.01.2005, 10:19

Beitrag von Polvarinho »

Cool down, Djingis..... ;-)

Erstens: Steppi meint es nicht so

und

Zweitens: Wir sind alle Anfänger....

(und dürfen daher einen Nockpunkt benutzen)

Bis bald!
Und bitte die Vaquera nicht vergessen :-) /und weißt Du, was ich diese Woche (in Aachen auf diesem Weltpferdefest gefunden habe?!?
Guckst Du da -> www.bentaiga.de
Das sind u.a. iberische Sätttel mit modernem Innenleben (dünner flex Sattelbaum eingepackt in bestes Material und gute Handwerksqualität) und ganz geschlossenem Sitz nah am Pferd....!
o.k., das war etwas OT, aber an Bard kommt es nicht ran, oder...?!? :D
Claus
Wo es nur um das Gewinnen geht, dort gibt es zu viele Verlierer.
Steppenreiter

Beitrag von Steppenreiter »

Danke Claus für den Bentaiga Link - hatte vor 2 Jahren einmal in so einem Sattel gesessen und war begeistert.

Übrigens ist das Schiessen ohne Nockpunkt wirklich ernst gemeint. Bisher habe ich es noch nicht auf dem Pferd ausprobiert, aber am Boden klappt es wirklich unerwartet gut.

Der gesamte Bewegungsablauf ist jetzt runder und schneller und nach ein paar 30 Pfeilen passte auch die Gruppierung der Pfeile wieder. Klar gab es Ausreisser, das hielt sich aber in Grenzen und der Vorteil des besseren Bewegungsablaufes habe ich höher berwertet.

Der (Klemm)nock ist ein Hilfsmittel zur Kontrolle der Pfeilhöhe. Doch sind wir mal ehrlich, wie viele Unwägbarkeiten gibt es bei unserer Art des Bogenschiessens und wie wenig Zeit bleibt uns irgendetwas zu kontrollieren.

1. Jeder Pfeil verlangt eine andere Schießposition
2. Bei der Geschwindigkeit verändern sich leider viel zu oft die Auszugslängen
3. Die Hand verrutscht am Bogengriff
4. Allzuoft liegt die Leitfeder falsch an.
5. Der Release ist selten sauber
und und und

und trotzdem treffen die Pfeile! - Berittenes Bogenschiessen ist kein Präzisionsschiessen und hat ganz andere Erfordernisse an den Bewegungsablauf. So ganz wohl ist mir der Gedanke auf die Gehhilfe Nock(punkt) zu verzichten noch nicht, doch probierts selber mal aus.
benz

RE:

Beitrag von benz »

Original geschrieben von Steppenreiter

Der gesamte Bewegungsablauf ist jetzt runder und schneller und nach ein paar 30 Pfeilen passte auch die Gruppierung der Pfeile wieder. Klar gab es Ausreisser, das hielt sich aber in Grenzen und der Vorteil des besseren Bewegungsablaufes habe ich höher berwertet.
Wo glaubst Du ist der Zusammenhang zwischen fehlendem Nockpunkt und einem runderem Bewegungsablauf?

liebe Grüße benzi
Steppenreiter

Beitrag von Steppenreiter »

@Benz beim Kontrollverlust!
Antworten

Zurück zu „Bogenreiten Ausrüstung“