Schallaburg: Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen
Verfasst: 26.06.2006, 14:10
Hallo Leute,
ich war gestern auf der Schallaburg(Niederösterreich) in der Ausstellung "Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen".
Es war interessant um die mongolischen Hintergründe besser zu verstehen.
Ich wollte vor allem aber Bögen, Pfeile und Ausrüstung sehen, aber da gab es nicht viel Neues.
Es waren gerade mal 2 Bögen ausgestellt, ein gut erhaltener und ein recht zerfallener aus dem 10. Jahrhundert. Bei dem zerfallenen konnte man gut den Holzkern, die Sehnen und die Hornauflagen sehen, die teilweise gefehlt haben. Aber es gab keinerlei Angaben über die Holzart Bauweise, ...
Die Pfeile waren interessanter (10. Jahrhundert), sie waren ca 75-85 cm lang, geschätzte 9mm Durchmesser, gebarrelt mit Eisenspitzen (Schaftdorn). Es gab sowohl bodkinartige als auch 2-Schneidige Blattspitzen, sowie Spitzen mit einer flachen Schneide an der Vorderkante.
Die Federn waren ca.15-20cm (geschätzt) lang, eine flache Form (zwischen Parabol und Saubuckel), leicht schräg aufgeklebt, vorne und hinten mit Sehnen gewickelt. Die Nocken waren wieder dicker (ähnlich wie die Nocken von Steinmann) mit breiter flacher Kerbe. Das hat wahrscheinlich Vorteile beim Daumenrelease, da man die Nocke so besser nach hinten gegen die Sehne drücken kann.
Es hat mich erstaunt, daß die Federn direkt vor der Nocke aufgeklebt wurden (ca 2-3 cm vor der Sehne).
Die Nocken waren mit Sehne und/oder Birkenrinde (schmale Streifen) umwickelt. Es sieht so aus, als on die Nocken erst umwickelt wurden, bevor die Nockenkerbe gemacht wurde, da die Wicklung durchtrennt war.
Interessant fand ich auch, daß ein Pfeil (einfach) gespleißt wurde, mit einem dunklen Leim geklebt.
Die Pfeile waren in einem Köcher aus Birkenrinde, mit den Spitzen nach oben. Dieser bestand aus einer langen U-förmig gebogenen Leiste, die an den Seiten des Köchers befestigt war und das obere Ende des Köchers darstellt. Dazwischen wurde aus Birkenrinde der Köcher selbst befestigt. Die genaue Form konnte ich nicht erkennen, etwas oval sah es aber aus. Die Pfeile konnten oben seitlich entnommen werden.
Weiterhin waren noch 2 Sättel ausgestellt, diese bestanden aber im Prinzip nur aus den beiden Auflageflächen auf dem Pferderücken so wie 2 verbindungsstücke vorne und hinten, die wie hochgezogene Zwiesel aussehen. Es wurde erklärt, daß dadurch die Wirbelsäule des Pferdes frei lag (gute Belüftung, kein Druck).
zu sehen war auch ein mongolisches Kettenhemd, es hatte genietete Ringe (ca. 10mm). Es war wie die europäischen kettenhemden geflochten, ohne Kopfteil, mit einem gepolsterten Kragen.
Es war auch eine "Rüstung" zu sehen. Diese sah auf den ersten Blick aus wie ein dicker, nietenbesetzter Mantel. aber es wurde erklärt, daß sich darin eingenäht/genietet kleine Metallplättchen befinden. In einem Stiefel war ein Loch und man konnte die kleinen Plättchen gut sehen. Sie waren leicht überlappend wie bei einem Schuppenpanzer angebracht.
Das Fotografieren war leider verboten. Und es gabe keine Unterlagen zur Ausstellung. :-((
Liebe Grüße,
Matthias
ich war gestern auf der Schallaburg(Niederösterreich) in der Ausstellung "Dschingis Khan und seine Erben - das Weltreich der Mongolen".
Es war interessant um die mongolischen Hintergründe besser zu verstehen.
Ich wollte vor allem aber Bögen, Pfeile und Ausrüstung sehen, aber da gab es nicht viel Neues.
Es waren gerade mal 2 Bögen ausgestellt, ein gut erhaltener und ein recht zerfallener aus dem 10. Jahrhundert. Bei dem zerfallenen konnte man gut den Holzkern, die Sehnen und die Hornauflagen sehen, die teilweise gefehlt haben. Aber es gab keinerlei Angaben über die Holzart Bauweise, ...
Die Pfeile waren interessanter (10. Jahrhundert), sie waren ca 75-85 cm lang, geschätzte 9mm Durchmesser, gebarrelt mit Eisenspitzen (Schaftdorn). Es gab sowohl bodkinartige als auch 2-Schneidige Blattspitzen, sowie Spitzen mit einer flachen Schneide an der Vorderkante.
Die Federn waren ca.15-20cm (geschätzt) lang, eine flache Form (zwischen Parabol und Saubuckel), leicht schräg aufgeklebt, vorne und hinten mit Sehnen gewickelt. Die Nocken waren wieder dicker (ähnlich wie die Nocken von Steinmann) mit breiter flacher Kerbe. Das hat wahrscheinlich Vorteile beim Daumenrelease, da man die Nocke so besser nach hinten gegen die Sehne drücken kann.
Es hat mich erstaunt, daß die Federn direkt vor der Nocke aufgeklebt wurden (ca 2-3 cm vor der Sehne).
Die Nocken waren mit Sehne und/oder Birkenrinde (schmale Streifen) umwickelt. Es sieht so aus, als on die Nocken erst umwickelt wurden, bevor die Nockenkerbe gemacht wurde, da die Wicklung durchtrennt war.
Interessant fand ich auch, daß ein Pfeil (einfach) gespleißt wurde, mit einem dunklen Leim geklebt.
Die Pfeile waren in einem Köcher aus Birkenrinde, mit den Spitzen nach oben. Dieser bestand aus einer langen U-förmig gebogenen Leiste, die an den Seiten des Köchers befestigt war und das obere Ende des Köchers darstellt. Dazwischen wurde aus Birkenrinde der Köcher selbst befestigt. Die genaue Form konnte ich nicht erkennen, etwas oval sah es aber aus. Die Pfeile konnten oben seitlich entnommen werden.
Weiterhin waren noch 2 Sättel ausgestellt, diese bestanden aber im Prinzip nur aus den beiden Auflageflächen auf dem Pferderücken so wie 2 verbindungsstücke vorne und hinten, die wie hochgezogene Zwiesel aussehen. Es wurde erklärt, daß dadurch die Wirbelsäule des Pferdes frei lag (gute Belüftung, kein Druck).
zu sehen war auch ein mongolisches Kettenhemd, es hatte genietete Ringe (ca. 10mm). Es war wie die europäischen kettenhemden geflochten, ohne Kopfteil, mit einem gepolsterten Kragen.
Es war auch eine "Rüstung" zu sehen. Diese sah auf den ersten Blick aus wie ein dicker, nietenbesetzter Mantel. aber es wurde erklärt, daß sich darin eingenäht/genietet kleine Metallplättchen befinden. In einem Stiefel war ein Loch und man konnte die kleinen Plättchen gut sehen. Sie waren leicht überlappend wie bei einem Schuppenpanzer angebracht.
Das Fotografieren war leider verboten. Und es gabe keine Unterlagen zur Ausstellung. :-((
Liebe Grüße,
Matthias
