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Wurfbeil bauen

Verfasst: 06.10.2006, 15:26
von Snake-Jo
Auf einem Mittelalter-Markt entdeckte Freund Bernd einen Stand, an dem man mit dem Wurfbeil werfen konnte. Ihn faszinierte gleich die Machart der Wurfbeile: nicht unbedingt authentisch, aber zweckmäßig robust. Er brachte den Plan mit nach Hause und ich machte mich schnell an den Nachbau. Hier ist er, ein doppelt geschweiftes Wurfbeil, unkaputtbar und mit hoher "Steckbleibquote" beim Werfen:

Bild

Stiel: Eisenrohr in der Länge von 37 cm (ü.a.)
Klinge: 6 mm Plattenstahl, quer 19 cm, Höhe 12 cm
Griff: 2 Halbschalen aus Holz, umwickelt mit dreifach gekordelter Leinenschnur in Leimbettung, darüber rotes Wildleder

Die Klinge sitzt in einem Schlitz des Rohres und ist beidseitig angeschweißt. Authentisch könnte man das sicher auch feuerverschweißen und die Klinge schmieden. Ich habe sie jedoch ganz profan mit einer elektrischen Stichsäge aus dem Plattenmaterial herausgesägt.

;-)

Verfasst: 06.10.2006, 20:06
von Lord Bane
Ist doch für den Anfang egal, ob "a" oder nicht. Gute Arbeit!
Ich warf neulich selber mit einer ähnlichen Wurfaxt, deren Stiel war alledings 1m lang und hatte einiges an Gewicht...
Die Teile fliegen richtig gut, besserals mein "moderner Tomahawk" aus Stahl.
Also viel Spaß beim Ausprobieren!!!

6mm Stahl

Verfasst: 06.10.2006, 20:15
von Wim
mit der Stichsäge gesägt? Auch oder gerade weil elektrisch interessiert mich das "Wie" doch gewaltig. Ich erinnere mich noch voller Entsetzen an meine Versuche mit 5mm Alu. Und nun gar Stahl! Wie stellt man das an? Ich bitte flehentlich um Aufklärung.
Gruß WiM

Verfasst: 06.10.2006, 20:51
von Snake-Jo
@Wim: Hartmetall-Sägeblatt verwenden, Pendelhub ausschalten, Drehzahl nicht zu hoch, sonst verglüht das Sägeblatt, dazu Bohrmilch oder Bohröl fleissig einsetzen :D Es bleibt eine zeitraubende und mühsame Arbeit. Mit der Flex geht es schneller, aber auch weniger präzise.
@Lord Bane: Das abgebildete Beil hat immerhin ein Gewicht von exakt 1 kg.

Durch die geschweifte Klinge bleibt es in fast allen Stellungen stecken. Ich bevorzuge als Zielscheibe einen angerotteten Stamm von Aspenholz (Bild). Als ungeübter Werfer war ich erstaunt, als ich nach einiger Einwerfzeit aus 5 m Entfernung 4 mal hintereinander in die gleiche Kerbe traf.

Bild

Verfasst: 07.10.2006, 09:31
von Snake-Jo
Keine Ahnung, warum das zweite Bild so "krisselig" rüberkommt; ist im Original absolut scharf, hier nochmals ein Thumb mit einem größeren Bild hinterlegt.
Wäre schön, wenn wir in diesem Thread noch ein paar Abbildugnen von anderen Wurfbeilen zusammenbekommen. :-) :-)

Bild

Bitte sehr ...

Verfasst: 07.10.2006, 14:48
von wedumir
Hier ein Bild von einem Wurfbeil, das ich vor ca. zwei Jahren mal gebaut habe.

Bild

Die Klinge ist mit der Flex aus einem billigen Haushaltsbeil "geschnitzt". Und ein wenig geschmiedet, um die Klinge länger, runder und mit einer deutlicheren Spitze nach vorne zu bekommen.
Leider ist die Klinge nicht mehr ganz gleichmäßig rund, weil ich eine ausgebrochene Stelle ausschleifen musste. Man soll seine Wurfbeile halt nicht zum Holzhacken verborgen ...

Verfasst: 11.10.2006, 08:52
von Snake-Jo
@Wedumir: Danke für die Abbildung. Ja, man kann viel machen aus vorhandenen Klingen.

Also nochmals der Aufruf: Gebt uns ein paar Bilder von Wurfbeilen, wenn ihr habt. So häufig sieht man die Dinger ja nun auch nicht.
Eventuell kann ja noch jemand was zur Wurftechnik zum Besten geben. :-)

Verfasst: 11.10.2006, 09:07
von nordbogen
Kommt auf die Länge des Stiels an. Grob Minimum 3 1/2 Schritte Abstand (2 Umdrehungen)und dann variieren, wie der Einschlag ist- schräge, senkrechte Lage des Stiels. Weiter kannst du testen 1 Schritt mehr zurück, dann muß die Klinge beim Abwurf zu dir zeigen.

wurfaxt

Verfasst: 11.10.2006, 09:16
von Fagus
Gränfors Bruks AB in Schweden stellt heute noch Wurfäxte her.
Ich habe so eine mal getestet, sieht nicht nur gefährlich aus, ist es auch; sehr scharf und genug Masse für ernste Verletzungen (Exitus).
Ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Stück Handwerk.

wurfaxt

Verfasst: 11.10.2006, 12:09
von JaAber
Tag Zusammen
Hier noch der Link zu Gränfors, ich habe das Minibeil ist hervoragend um kleine/feine Arbeiten auszuführen

link

gruss ja-aber

Verfasst: 11.10.2006, 12:13
von nordbogen
Das Minibeil ist aber 2x teurer als wie es die nächste Ausführung ist.

Verfasst: 22.11.2006, 16:11
von MaNa
Das passt zwar nicht ganz so gut hier rein, aber ich will nicht extra einen neuen Thread dafür eröffen.

Also hier ist mein selbstgebautes Beil. Die Form habe ich aus einem "normalen" Beil mit einer Flex herausgearbeitet. Der Stiel ist aus einer gebeizten Dachlatte :) . Da beim Aufstecken sich etwas Holt abgelöst hat, habe ich die Wicklung oben angebracht. Sieht schön aus, aber Holz würde ich mit dem Beil nicht hacken wollen. Nicht einmal meinen kleinen Finger ab, sonst fliegt das Ding auseinander :D

http://www.fletchers-corner.de/cpg/albu ... _forum.jpg

Verfasst: 22.11.2006, 17:58
von AZraEL
dachlatten sind doch aus fichte oder kiefer, oder? das ist eigentlich kein geeignetes holz für einen axtschaft! besorg dir doch lieber im baumarkt einen ersatzstiel für eine axt, spaltaxt oder was auch immer, die sind immer aus esche oder hickory. die kannst du dann mit raspel und ziehklinge in deine gewünschte form bringen, abschleifen, beizen, ölen, lackieren, was auch immer. zum befestigen nehm ich immer einen holzkeil, und wenn der feste drin sitzt, säge ich das überstehende holz glatt ab und schlage dann je nach größe noch ein oder zwei dieser eisenringe für hämmer ein. das hält garantiert bombenfest!

Verfasst: 22.11.2006, 18:26
von Karl-Heinz
Wenn meine linke Pfote wieder zum schmieden recht werd ich mir 2 Franziskas schmieden eine schönere Wurfaxt gibt es nich, für mich.

K-H

Verfasst: 22.11.2006, 19:36
von MaNa
@AZraEL

schon klar, aber für das Beil wollte ich kein Geld ausgeben. Und die Dachlatte lag noch rum.