benz hat geschrieben:
1. Schiesstraining fürs Bogenreiten findet auf dem Boden statt! Was dann davon auf dem Pferd umgesetzt wird ist eine andere Sache.
2. Ich schätze nach Bildstudien, dass mehr als die Hälfte der Mongolen den Pfeil links auflegen, dabei nicht von einem eigenen Schiesstil zu sprechen ist für mich ziemlich überheblich........
benzi
Zu 1.: Schiesstraining, ja! Jedoch sind m. E. fast alle Schützen auf den Bildern im Wettkampf (z.B. Naadam-Fest). Es handelt sich demnach um "Schießstile " von "Bodentruppen". Der "Stil" auf dem Pferd kann (muß nicht) ein anderer sein.
Zu 2.: Hälfte aller Mongolen: Das kann man anhand der wenigen Beispiele nur vermuten, gesicherte Angaben habe ich noch nicht gefunden.
Wenn ich von "Stil" rede, meine ich Stil im Sinne der Definition (z.B. Brockhaus, Knaurs Lexikon u.a.). Nur anhand eines Bildes würde ich nicht von Stil sprechen ohne konkrete Angaben zum:
Auszugsverhalten, Auszugslänge, Ankerpunkt, exakte Fingerstellung, Nachhalten
Das sind meiner Meinugn nach Minimalanforderugnen, bevor man von einem Stil sprechen kann. Laßt uns einfach von verschiedenen Techniken reden, dann paßt das!

Ich habe zudem den Eindruck, das ein wesentlicher Aspekt von mediterranem Ablass und Daumen-Ablass nicht bekannt ist:
Der Mediterrane Ablass führt durch das Öffnen der Finger bei einem Rechtshandschützen zum Linksschlag der Sehne. Deshalb brauchen die meisten Bogenschützen auch einen Armschutz. Die Sehne schlägt also hinten beim Schützen nach links und
drückt vorne den Pfeil gegen den Bogen bzw. gegen das Schussfenster.
Beim Daumen-Release ist das genau umgekehrt: Die Sehne wird durch den nach rechts öffnenden Daumen nach rechts gelenkt und der Pfeil ebenfalls nach links gegen den Bogen gedrückt.
Wenn er denn rechts am Bogen anliegt. Bei Linkslage und Daumenrelease wird der Pfeil vom Bogen weggedrückt. Erst einmal ein Unding, aber bei zu steifen Pfeilen eventuell ein Vorteil.
