Feanor1307 hat geschrieben:Moin Moin,
1.) Wieviel g Sehnen brauche ich pro Schicht und insgesamt für den Bogen. Bei dem was man so kaufen kann, bedeuten 4-5 Sehnen 18-50 g. Das muss ein Novice ganz genau wissen.
2.)Thema Leim. Welche Leime für was. Und vor allem welche Mischungen Konzentrationen! M. Wolf ist sicher ein äußerst routinierter Bogenbauer so das es bei Ihm reicht wen er den Hasenleim auf 40 °C erwärmt. Wenn ich das hier so gemacht hätte, am besten noch mit 35 % Konzentration wäre meine Sehne geliert noch bevor ich sie zum Bogen getragen hätte

.
3.)Ein richtiger Verlegeplan. Das diesbezügliche Bild im Buch ist wesentlcih schicker als bei Karpowicz gibt aber zu wenig Infos (wo kommen die vorher der Länge nach sortierten Bündel hin etc.)
4.) Vor allem fehlenn detailierte Informationen die den angehenden Bogenbauer in die Lage versetzen den Bogen an seine Bedürfnisse anzupassen: Tabellen mit Messwerten bezüglich Länge, Dicke Breite der Wurfarme (an welcher Stelle) ...
@Feanor: Die Fragen sind berechtigt und werden oft gestellt. Ich kann sie allesamt beantworten.
Zu 1:) Jeder Compositbogenbauer hat immer genügend Sehnenmaterial auf Vorrat, daher stellt sich die Frage nciht. Außerdem wird das auch kaum einer abwiegen (außer für eine Publikaton), weil:
die Menge richtet sich nach Bogenlänge, Bogenbreite, Sehnenaufbereitung (Ausschuss), Tillerverhalten etc.
Natürlich weiß ein Komposit-Profi, der immer den gleichen Türkenbogen herstellt, ganz genau, was er an Sehne braucht. Hier, in diesem Forum, baut man mal den einen, dann den anderen Bogen, also experimentell, daher hier die exakte Menge dafür: 10-20 Hinterläufe vom Reh im Schnitt.
Zu 2: Leim: Es gehen alle Glutinleime, also Knochenleim, Hautleim, Blasenleim. Für die biegenden Teile ist am besten Hasenleim (oder Hausenblasenleim) geeignet, Hautleim geht auch. Sonst ist es wurscht. Die Leime kleben alle sehr gut.
Aufbereitung: Dünnflüssig für die Voranstriche auf Holz, ansonsten wie dünnflüssiger Honig. Man muss die Leime immer wieder neu einstellen, da sie schnell Wasser verdunsten und dickflüssiger werden. Im Prinzip: Relativ egal. Viel wichtiger ist die Temperatur und die Menge in derSehnenpackung.
Zu 3. Verlegeplan zu den Sehnen? Kann ich dir erstellen. Hängt aber immer etwas von der Faserlänge ab.
Zu 4: Da braucht man den Profi, der immer den gleichen Bogen baut. Da aber ein Komposit aus manchmal über 20 Einzelteilen besteht, ist selbst bei genauen Abmessugnen soviel Spielraum allein beim Zusammenbau vorhanden, dass das wenig Sinn bringt. Und wenn man dann noch anfängt zu tillern, geht alles den Bach runter. Ich bezweifle, ob das jemals jemand exakt publizieren wird und ob das jemals jemand exakt nachbauen kann.
Beispiel: Mit dem Holzrahmen kann ich das Zuggewicht leicht um ein Viertel verändern, nur über die Qualität des Holzes bei gleichen Abmessungen. Wennich dazu noch ausgesucht gute Sehnenmaterial mit wenig Hautleim dazwischen verarbeiten kann, erhalte ich nochmals andere Werte.
O.k. und als Bonbon eine Anleitung für das Sehnenbacking hier von mir:
http://www.longbow-woelfe.de/woelfe/bog ... _index.htm
B
evor also hier wieder die wilde Diskussion losgeht, bitte geht in die Bogenreiterabteilung und dort unter
Bogenreiten-Ausrüstung, da steht schon alles
Falls noch was fehlt, dazu bitte Fragen im zugehörenden Thread stellen.