(Nur gut, dass er kam, so einen hatten wir schon einige Monate nicht mehr.....
@Holzfäller:
Ich hatte da mal 2 Bogen. Bei beiden war je 1 Wurfarm aus irgend welchen Gründen in die Grütze gegangen, ob Baufehler (is schon ne Weile her), oder Holzfehler is egal.
Beide waren im "gesunden" Wurfarm perfekt gerade und fehlerfrei, beide aus Ulme und hatten etwa gleich dicke Ringe. Also kam ich auf die Idee, sie im Griff zu verspleißen (zusammen zu setzen), um so einen perfekten Bogen daraus zu machen.
Ich habe sie verklebt und getillert, bis sich beide Seiten in perfekten Kurven, gleichmäßig und harmonisch bogen.
Und ihn dann weggeschmissen.
Warum?
Nun, als er fertig getillert war, war der eine Wurfarm (ich hab's nachgemessen!!) genau DOPPELT so dick wie der Andere!
Das sah so "falsch" und bescheuert aus, dass ich mich nicht getraut hätte, mich damit öffentlich zu zeigen!
(Heute tut's mir leid, wäre ein schönes Anschauungsstück, aber damals fehlte mir noch das diesbezügliche Selbstbewusstsein..)
Was sagt uns das?
Du kannst Holz - im Grenzbereich der Belastung, also im Bogen - NICHT in Formeln fassen!
In der Baustatik geht das, da gibt es wenig Biegung und viel Sicherheitszuschlag!
Beim Bogenbau geht es nicht.
Wie viel Zeit habe ich als Anfänger damit verbracht, Wurfarme mithilfe der Schieblehre auf den 10'tel Millimeter genau zu tapern - nur um dann festzustellen, dass die Tillerkurve voll Panne ist - denn: Viele Staves sind NICHT MAL innerhalb dieses kleinen Stücks (ca. 4 cm breit und 80 cm lang, 1 Wurfarm halt) homogen. Oft gibt es schwache und steife Stellen.
Formeln gibt es. Baue den Bogen 1,75 m lang, den Griff 3 cm breit und 3,5 cm dick, die Wurfarme am Griff 4 cm breit, bis 1/2 Wurfarm-Länge, am Ende 1,5 cm, mache ihn am Griff 2,5 cm dick, ne Handbreit weiter 2,2 cm, am Ende 1,2 cm, und er wird ca. 40# haben, und sich einigermaßen vernünftig biegen.
Der Rest ist Erfahrung, Geschick und Fleiß.
Rabe
